Unser Diabetes kommt in die Pubertät – Happy 12 Diaversary

diagnose diabeteskind

Unser "?". Ich kann gar nicht sagen, ob das noch der richtige Ausdruck dafür ist. Mittlerweile managt mein Sohn seinen Alltag ja allein und ich stehe als Ratgeber zur Seite. Mit 15 Jahren ist er bereits sehr selbstständig und auch gewissenhaft im Umgang mit seinem Diabetes Typ1. Nimmt man sich die Zeit und lässt die Jahre Revue passieren, sieht man, wie schnell sich Dinge wandeln und vieles selbstverständlich wird.

Den Tag der Diagnose kann man trotzdem nicht vergessen. Ich habe mich wirklich gefühlt, als wäre eine unlösbare Aufgabe auf mich zugekommen und die ersten Monate haben viel Kraft und Nerven gekostet.
Ich vergleiche das gern mit dem Aufstieg auf einen Berg. Am Anfang vom Weg sieht Du den Gipfel nicht und bist unsicher, ob Du diesen bezwingen kannst. Doch dann fängst Du an, die Umgebung wahrzunehmen. Ja, der Aufstieg ist nicht leicht, aber jeder Schritt wird automatischer und irgendwann merkst Du nicht mehr, dass Du läufst.

In 12 Jahren hat auch die Technik vieles erleichtert. Von täglichen, mehrmaligen Blutzucker messen zum CGM System. Eine neue Insulinpumpe mit "Closed Loop" ist beantragt und wird der nächste Schritt. Der Alltag wird etwas einfacher.

Außer hier, mit meinen Worten beachten wir den Tag gar nicht weiter, dafür gehört der Begleiter schon lange und selbstverständlich in unser Leben.
Würde ich mir es anders wünschen? Nein, es ist wie es ist.

Und in den ganzen Jahren gab es so viele Erlebnisse, neue Freundschaften, Menschen, die man kennenlernen durfte und Begebenheiten, die es ohne die Diagnose nie gegeben hätte.

Wenn ich mir was wünschen könnte, dann ist es, dass endlich einmal einheitliche Regelungen in Umgang mit der Erkrankung von der Politik auf den Weg gebracht werden. Und dass uns Eltern das ständige kämpfen um Genehmigungen erspart bliebe.
Egal, ob es um die Therapie geht, eine, Schulbegleitung, Pflegegeld oder Unterstützung. Es soll jeder Patient das bekommen, was er individuell benötigt und zu einem passt, ohne sich als Bittsteller zu fühlen und unerlässlich kämpfen zu müssen.

Und für uns persönlich. Dass wir die nächsten Herausforderungen genauso gemeinsam schaffen wie die, die hinter uns liegen.

Mandy

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