Annehmen der Diagnose Diabetes Typ 1 – die 5 Phasen der Akzeptanz

DIABETES MÜTTERBLOG: Wir berichten aus unserem Familienalltag mit der Diabetes Typ1 Erkrankung unserer Kinder

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Erhält ein Kind die Diagnose Diabetes Typ 1, ist das für viele Eltern ein großer Schock, den es zu verarbeiten gilt. Galt das Kind vor ein paar Stunden noch als gesund, soll es jetzt plötzlich an einer chronischen, unheilbaren Krankheit leiden. Das wollen und können viele Eltern in der ersten Zeit nicht verstehen. Sie tun sich schwer in diese neue Situation hineinzufinden. Und wie es verschiedene Phasen der Trauer gibt, so gibt es auch verschiedene Phasen der Akzeptanz einer Krankheit des Kindes. Viele von uns mussten diese Phasen durchlaufen. Die einen stärker, die anderen schwächer. Doch am Ende des Tunnels steht dann häufig die Akzeptanz. Das Annehmen der Krankheit als solcher. Die unser Kind zwar hat, unser Kind aber nicht zu 100 % definiert. Das zu erkennen, ist nicht immer einfach. Aber, wenn wir unseren Kindern wirklich zur Seite stehen wollen, führt kein Weg vorbei. Denn sind wir ehrlich, wie sollen unsere Kinder ihrer Krankheit akzeptieren, wenn wir ihnen das als Eltern nicht vorleben?

Das der Weg der Akzeptanz, gerade frisch nach der Diagnose, nicht immer einfach ist, zeigen mir Sätze wie: “Wir können und wollen nicht hinnehmen, dass unser Sohn ab sofort ständig Insulin spritzen muss!” Diese Eltern stehen noch komplett am Anfang und hier ist es wichtig, dass sie aufgefangen werden. Sei es vom Klinikpersonal, von Familie oder Freunden. Aber auch (virtuelle) Selbsthilfegruppen können für die Eltern dabei unterstützend sein.

Dabei beschreibt das 5-Phasen-Modell von Elisabeth Kübler-Ross, den Weg zur Akzeptanz wie folgt:

Die 5 Phasen der Akzeptanz

1. Phase: Verleugnung / Verdrängung

In dieser Phase sitzt der Schock der Diagnose noch zu tief. Eltern wollen die Diagnose erstmal nicht wahrhaben. Es kann nicht sein, was in unseren Vorstellungen nicht sein darf. Unser Kind galt immer als gesund und nun soll es plötzlich an dieser chronischen, unheilbaren Krankheit leiden. Soll jetzt ständig Insulin spritzen, soll eine Insulinpumpe tragen und so weiter.

2. Phase: Wut / Aggression

Die Diagnose Diabetes Typ 1 stellt Eltern von jetzt auf gleich vor neue Herausforderungen. Viele Sorgen und Ängste stürzen auf sie ein. Sie fragen sich “Warum musste mein Kind an Diabetes erkranken?”. Das macht wütend und man ist enttäuscht vom Leben. In Ausnahmefällten kommt es auch zu Schuldzuweisungen der Eltern untereinander. Doch diese Phase ist für alle sehr schwierig. Es gilt nun zusammenzuhalten. Sprechen Sie in so einem Fall gemeinsam über ihre Gefühle, auch mit professioneller Unterstützung des Klinikpsychologen

3. Phase: Verhandeln

Diese Phase ist stellenweise vergleichbar wie Phase 1. Die vorherige Wut verwandelt sich in eine Art Hoffnung. Manche Eltern begeben sich in dieser Phase auf die Suche nach alternativen Heilungsmethoden oder gar Wunderheilern. Hieraus kann sich eine große Gefahr für Euer Kind entwickeln. Diabetes lässt nicht mit sich verhandeln und vor allem nicht durch irgendwelche dubiosen Wässerchen, Pülverchen oder Kügelchen heilen.

4. Phase: Depression / Trauer

Eltern fallen in der Zeit nach der Diagnose in ein Loch. Man realisiert, dass die Diagnose endgültig ist. Das das Kind von nun an mit der Krankheit leben muss. Manche Eltern hadern mit der Zukunft. Wird unser Kind ausgeschlossen werden? Wird unser Kind ganz normal die Schule besuchen können? Wird unser Kind weiterhin Glücklichsein? Diese Fragen können Eltern immer mehr in einen Strudel aus Trauer und Depression ziehen. Hier ist es wichtig, sich Hilfe zu holen, wenn man merkt, dass man alleine aus diesem Strudel nicht mehr herauskommen.

5. Phase: Akzeptanz

Früher oder später kommt diese letzte und wie ich finde wichtigste Phase. Die Phase in der wir Eltern gelernt haben, die Krankheit unseres Kindes anzunehmen. Wir haben gelernt nach vorne zu schauen und unser Familienleben wieder neu zu gestalten. Wir haben gelernt, dass unsere Kinder, auch mit Diabetes, alles machen können, wie andere Kinder auch. Sie müssen sich dabei nur an ein paar “kleine” Spielregeln halten. Das ist nicht immer einfach. Aber wir und unsere Kinder wachsen daran. Wenn wir als Eltern die Krankheit akzeptieren und unseren Kindern zeigen, dass sie auch mit Diabetes nicht aufhalten kann, dann werden unsere Kinder auch ihren Weg gehen. Davon bin ich fest überzeugt.

Manche Eltern durchleben diese Phasen in nur wenigen Wochen andere brauchen Monate, gar Jahre dafür. Andere wiederum gehen nicht durch alle Phasen hindurch oder verdrängen die eine oder andere Phase zu Gunsten der schnellen Akzeptanz und des Zähne Zusammenbeißens. Wenn man Problem hat, ist es auch keine Form von Schwäche sich professionelle Hilfe an die Seite zu holen.

Wenn Ihr Hilfe braucht

Vertraut Euch guten Freunden an und/oder Eurer Familie an.
Sucht den Austausch unter Betroffenen. In vielen Orten gibt es Selbsthilfegruppen für Eltern von Kindern mit Diabetes Typ 1
Die Kinderstiftung Dianino kann Euch die erste, schwere Zeit zu Hause beistehen. Euer DIabetes-Team kann diese kostenlose Hilfe über die Stifungs-Webseite für Euch anfordern.
Manchmal hilft es, sich alles von der Seele zu schreiben

Kathy

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