dexcom g6 erfahrung

Das CGM “Dexcom G6” für Timo

Nach einigen Jahren FreeStyle Libre waren wir an einem Punkt angelangt, an den wir über eine Therapie-Optimierung bei Timo nachgedacht haben. Es gab Tage da scannte Timo vorbildlich und dann gab es Tage da waren zwei Werte abgerufen. So konnte es nicht weiter gehen, sein HbA1c um 8% sagt das Gleiche.

Leider ist es so, dass Timo Neuerungen nicht sehr aufgeschlossen ist, ganz nach dem Motto, was der Bauer nicht kennt. Ihn ein neues System vor die Nase halten und sagen jetzt machen wir das so geht nicht. Und ich bin auch der Meinung, das er mit fast 13 Mitentscheiden muss und soll.

So habe ich ihn im Januar mit zum T1Day nach Berlin genommen. Ersten sieht er da alle Möglichkeiten, die es technisch auf dem Markt gibt und dann ist es nur für Typ1 Diabetiker was die Atmosphäre ganz angenehmer macht.

Das Fazit von dem Tag: Der Dexcom G6 soll es sein. Die Vorteile vom Dexcom G6 die Timo gefallen haben:

  • Blutig messen nur in Ausnahmesituationen erforderlich
  • Teilen der Werte zur Unterstützung durch Angehörige
  • Zielwerte individuell einstellbar

Der Antrag mit Widerspruch

Passenderweise hatten wir gleich darauf ein Termin bei der Diabetesambulanz. Wir teilten unseren Wunsch mit und erläuterten für uns schlüssigen Gründe warum wir jetzt mit dem System arbeiten wollen. Gründe für uns, die wir unserem Arzt darlegten: Blutzuckerwerte, ohne extra scannen zu müssen; Alarme die individuell angepasst werden und v.a. regelmäßiger Alarm; Nutzung der Follow-App für uns Eltern; Nachts nur noch handeln, wenn der Alarm anschlägt. Und ja bei uns gibt es Phasen, in denen wir nachts regelmäßig nach dem Blutzucker schauen, um einfach mal ein System zu erkennen und die Basaleinstellung anpassen können.

Unser Arzt war nicht so überzeugt, ob es unsere Therapie sich damit verbessert und schrieb zwar ein Rezept raus aber stellte uns in Aussicht, das dies wohl nicht genehmigt wird, es würden keine Indikation dafür vorliegen. Er begründete dies mit fehlenden schweren Hypoglykämien. Da dies nicht der einzige Indikator ist, war ich der Meinung, das doch ausreichend Gründe dafür vorhanden sind. Weitere wichtige Indikatoren für die Krankenkasse sind u.a. Insulinpflichtig; geschulte und angewandte ICT; festgelegten Therapieziele werden nicht erreicht; die Lebenssituation des Patienten.

Es dauerte nicht lang und es kam eine Ablehnung durch die Krankenkasse. Aber mit der Aussage das es noch zum MDK weitergeleitet wurde. Krankenkassen müssen in einen bestimmten Zeitrahmen entscheiden. Wir mussten den HbA1c Verlauf der letzten Jahre, Tagebücher der letzten drei Monate und eine Begründung warum die Therapie nicht mit dem Freestyle Libre 2 möglich bzw. zweckmäßig ist zusätzlich einreichen.

Seit 2016 ist das real time CGM zwar im Leistungskatalog der Krankenkassen. Trotzdem sind Kassen verpflichtet jeden Antrag auf Nutzen und Wirtschaftlichkeit zu überprüfen. Dies müssen sie in einen vorgegebenen Zeitrahmen machen den ihr im SGB V § 13 Abs. 3a nachlesen könnt.

Der Ablauf war mir bekannt und ich habe rechtzeitig den Antrag gestellt um möglichst keine Lücke in der Versorgung zu haben. Zum Schluss saßen wir trotzdem wie auf Kohlen. Der Schriftverkehr ließ nicht viel Hoffnung auf einen positiven Bescheid.

Und so ich habe schon mal zu Vorsicht die wichtigsten Punkte für einen Widerspruch zusammengetragen:

  • Das erste, was man anfordern muss, ist das Gutachten des MKD. Ich hatte der Krankenkasse schon angekündigt, das ich bei einem negativen Bescheid das Gutachten einsehen möchte.
  • Die Beurteilung beim MKD muss durch einen Diabetologen durchgeführt werden.
  • Insulinpflicht liegt eindeutig vor
  • das festgelegte Therapieziel wir nicht erreicht, dafür spricht u.a. der zu hohe Langzeitwert
  • die Lebenssituation des Patienten und die Einschränkungen auch für uns Eltern spielen ebenfalls eine Rolle.

Das waren meine Argumente für den Widerspruch und ich habe mich über die Möglichkeit über den Gang vor das Sozialgericht informiert.
Gegen eine Ablehnung seitens der Krankenkassen kann man Widerspruch einlegen sollte, auf den eine erneute Ablehnung erfolgen nennt, man dies Widerspruchsbescheid. Bekommt man diesen, kann man innerhalb eines Monats eine Klage auf dem Sozialgericht einreichen. Auch, wenn der Antragsteller nicht innerhalb von drei Monaten diesen Widerspruchsbescheid kommt, kann man klagen. Diese Klagen sind in der Regel kostenfrei können aber einiges an Zeit beanspruchen, so dass ich diesen Weg nicht gehen wollte.

Bei unserem Antrag kam der medizinische Dienst zu dem Entschluss das CGM ist für uns in der Therapie notwendig ist und so konnten wir bald die Genehmigung für die nächsten zwei Jahre den Händen halten.

Seit ein paar Tagen trägt Timo jetzt den G6 und hoffen das unser Ziel damit erreicht wird.

 

Mandy

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