#dxlisbon2019

Abbott Diabetes Exchange 2019 in Lissabon

Wie die Zeit vergeht. Eigentlich wollte ich schon viel früher über den letzten internationalen Abbott Diabetes Exchange, kurz DX, in Lissabon berichten, doch irgendwie kam ich die letzten Wochen so gar nicht zum Schreiben. Letztes Jahr durfte ich bereits beim dx Dublin dabei sein und dieses Jahr fand die Veranstaltung im wunderschönen Lissabon statt. Ich habe mich sehr über die erneute Einladung von Abbott gefreut, da diese Veranstaltung wirklich etwas Besonderes ist und für mich war es in diesem Jahr besonders spannend.

Für alle die es interessiert, wie so ein Blogger-Event abläuft und was das besondere für mich in diesem Jahr war, habe ich hier einen kleinen Rückblick zusammengeschrieben.

#dxlisbon2019 Agenda

Die Agenda des dxLisbon 2019

#dxlisbon2019, ein Rückblick

35 Diabetes-Bloggern aus 16 Nationen durften sich beim diesjährigen DxLisabon vernetzen, austauschen und gemeinsam eine tolle Zeit erleben. Wie üblich bei einem Blogger-Event ist das Programm vollgepackt (siehe Abbildung oben), so dass ich sehr viele Eindrücke sammeln und sehr viel neues Wissen mit nach Hause nehmen durfte. Angereist bin ich diesmal gemeinsam mit Beate vom Blog (chronischhochdrei.com). Sie hat mich auf ihrem Weg zum Münchner Flughafen aufgegabelt, danke dafür :-).

Aber so richtig ist das Event erst am Abend gestartet. Bei einer kleinen Kennlernrunde (einige kannte ich schon, einige neue Gesichter waren dabei) und einem gemeinsamen Abendessen. Direkt in der wunderschönen Altstadt von Lissabon. Ich muss sagen, die Stadt hat für mich ein ganz besonderes Flair. Vielleicht weil auch gerade eine Fiesta gefeiert wurde und die Stadt mit Girlanden bunt geschmückt war und aus den Lautsprechern Faro-Musik klang. Das kleine Lokal war dann auch typisch für Lissabon. An die späten Essenszeiten musste ich mich allerdings etwas gewöhnen, da ich normalerweise keinen großen Hauptgang nach 22 Uhr zu mir nehmen.

#dxlisbon2019

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Das umfangreiche Programm startete dann auch schon am Samstagmorgen um 8:30 Uhr, so dass ich nach dem Abend vorher doch etwas müde war. Schlag auf Schlag kamen ausgewählte Redner zu Wort, die uns u.a. mehr zum aktuellen FreeStyle Libre 2 erklärten, uns spezielle Techniken eines Twitter-Chats näherbrachten und vieles mehr. Ganz besonders toll fand ich den Vortrag des Streetart-Künstlers Appleton. Der in New York und Los Angeles mit seinen Bildern auf Straßen und Hauswänden auf den Missstand des viel zu überteuerten Insulins in den USA aufmerksam machen möchte. Als Typ1 Diabetiker in den USA kennt er leider die schwierige Situation aus eigner Erfahrung. Auch ich habe mal innerhalb der Blood-Sugar-Lounge darüber berichtet, dass sich viele Familien in den USA das Insulin für  ihre Kinder nicht leisten können und dafür oftmals auf Spendengeldern angewiesen sind. Und ehrlich, wenn ich das immer höre, bin ich doch froh, dass wir hier in Deutschland so gut versorgt sind. Wir müssen uns keine Gedanken darüber machen, ob wir am Ende des Monats noch so viel Geld übrighaben, um unserem Kind das lebensnotwendige Insulin zu kaufen. Wir müssen keine hunderte Euros für Insulinpumpen dazuzahlen. Und auch, wenn wir teilweise nicht immer alles von den Krankenkassen bezahlt bekommen und wir oft auch für Insulinpumpen “kämpfen” müssen, so geht es uns im Grunde doch ganz gut mit der medizinischen Versorgung.

Doch weiter zum Event. Nach diesem Vortrag durften wir selbst etwas aktiv werden und haben einen kleinen Sprayer-Workshop erhalten. Und ich muss sagen, ich bin für diese Kunst-Art vollkommen unbegabt. 🙂 Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich die ganze Zeit mit dem Kopf doch etwas woanders war. Nämlich bei meinem eigenen Vortrag der im Anschluss an den Sprayer-Workshop auf der Agenda stand. Richtig gelesen, ich durfte in diesem Jahr selbst als Speeker auf der Bühne stehen. Ich freute mich über diese Möglichkeit, doch ich war immens aufgeregt. Schließlich war dies mein erster Vortrag in dieser Art ganz auf Englisch. Was mir in Deutsch so einfach fällt, hat mich auf Englisch doch etwas nervös gemacht.

#dxlisbon2019

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Mein Highlight, Mein eigner Vortrag

Doch ich stand nicht ganz alleine auf der Bühne. Gemeinsam mit Adrian Long (Groß Britannien) durfte ich den Programmpunkt “Driving positiv changes” gestalten. Während Adrian über die sehr eng verknüpfte britische Diabetes Community auf Twitter und Co berichtete, habe ich einen kurzen Vortrag darüber gehalten, wie wir nicht nur mit dem Blog anderen Familien mit Diabetes helfen, sondern wie wir (Mandy und ich) auch außerhalb des Blogs in der Selbsthilfe tätig sind. So führt Mandy seit über 6 Jahren eine lokale Selbsthilfegruppe und wir unterstützen mit viel Herz ehrenamtlich die Kinderstiftung Dianino. Aber ich sprach auch über die Probleme, die wir und unsere Kinder in Schulen und Kindergärten oft haben. Kinder, die keinen Hortplatz aufgrund der Erkrankung finden. Kinder, die von Klassenfahrten und Ausflügen ausgeschlossen werden und und und. Bei diesem Thema kam eine sehr interessante Diskussion heraus. Und es stellte sich heraus, dass genau diese Probleme auch in anderen Ländern wie Italien, Polen, … gang und gäbe sind und wir hier offenbar ein in Europa sehr verbreitetes Problem haben. Warum das auch immer so ist, kann ich nicht beurteilen, aber ich finde es ist an der Zeit, dass sich hier endlich was in der Politik tut. Ich war zwar zu Beginn des Vortrags sehr nervös, doch am Ende war ich sehr froh darüber, dass ich von Abbott diese Möglichkeit bekommen habe, über unseren Blog und unsere Diabetes-Aktivitäten zu sprechen. Danke, nochmal dafür. Jetzt hab’ ich natürlich Blut geleckt und wäre bereit für weitere Vorträge, auch in Englisch 🙂

Nach unserer Session ging es zurück ins Hotel und wir konnten bis zum Abendessen noch etwas ausruhen. Das Abendessen fand in einer sehr schönen Location direkt am Hafen von Lissabon statt und ich viel nach diesem Tag wirklich müde ins Bett. Doch Ausschlafen war nicht, da auch am Sonntag noch ein Programm mit vielen interessanten Vorträgen auf uns wartete. In der Uni von Lissabon gab es noch drei Vorträge und dann ging es mit der Lunchbox zurück ins Hotel.

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Ein kleines Highlight zum Schluss hätte ich da noch. Am Sonntag kam Vera, eine portugiesische Bloggerin, auf mich zu. Sie liest unseren Blog schon seit über 4 Jahren. Sie versteht zwar kein Deutsch, lässt sich aber alles per Internet übersetzen. 🙂 Ich hätte ja nie gedacht, dass unser Blog außerhalb des deutschsprachigen Raums treue Leser hat. Doch Vera zeigt mir, dass es so ist und ich freue mich wahnsinnig darüber, dass wir so viele Menschen erreichen.

Vom Hotel ging es dann nach einer kleinen Besprechungsrunde per Transfer an den Flughafen und dort durften wir dann leider länger als geplant verweilen. Nebel und Regen legten den Flughafen lahm, so dass wir gerade noch mit der letzten Maschine nach Frankfurt fliegen konnten. Doch dort ging dann kein Flieger mehr nach München, so dass wir eine Nacht auf Kosten der Lufthansa in Frankfurt verbracht haben. Hier war ich dann wieder sehr froh, dass ich mit Beate und nicht alleine geflogen bin. So viel Trubel lässt sich einfach gemeinsam besser durchstehen als alleine. Unser Rückflug nach München ging dann auch um 6:15 Uhr am nächsten morgen, so dass wir an diesem Abend gerade mal 3 Stunden Schlaf abbekamen.

Alles in allem war das Event für mich wieder ein tolles Erlebnis. Und ja ich schwärme davon, nicht weil ich eingeladen wurde, sondern weil ich so viele neue Eindrücke mitgenommen haben, die ich so niemals bekommen hätte.

dxlisbon2019

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Noch ein kleiner Hinweis. Auch wenn ich von Abbott Diabetes Care zu diesem Event eingeladen wurde, spiegelt der Bericht meine eigene Meinung und meine eigenen Eindrücke wider.

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Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy

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