blog Kinder Diabetes mama Vollzeit arbeiten

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt für die Mama

Ich bin aufgewachsen mit berufstätigen Eltern und für mich stand es außer Frage dies anders zu handhaben. Nach meinen drei Jahren Elternzeit ging ich wieder ins Arbeitsleben zurück. Mit reduzierten Stunden. Damals arbeitete ich drei Tage voll und hatte zwei Tage frei. Doch dann kam die Diagnose Diabetes Typ 1 von Timo. Und es folgte ein Balanceakt, um ihn während meiner Arbeitszeit gut betreut zu wissen. Gut das wir hier auf Oma und Opa zurückgreifen konnten. Als Timo dann in die Schule kam und es sich abzeichnete das Oma und Opa der Verantwortung, gerade auch in Bezug auf den Diabetes, nicht mehr voll gewachsen waren, konnte ich meine Stunden auf fünf Tage verteilen, so dass ich dann Mittag immer zu Hause war. Ich bin wirklich froh einen Arbeitgeber zu haben, der mir dies ermöglicht hat und ich kann sagen, ich habe die Zeit auch genossen.

Die Zeit vergeht

Mittlerweile ist Timo in der 6. Klasse der Realschule. Das letzte Jahr zeigte sich schon so, dass er meine Unterstützung im Schulischen, aber auch im Umgang mit Diabetes nur noch minimal benötigte. Er ist in allen sehr selbständig geworden. Und so kamen mir im letzten Jahr die Gedanken, das ich eigentlich oft nur noch Zuschauer bin. Natürlich auch als Köchin, Taxifahrerin und Organisatorin gern genutzt, doch trotzdem nicht mehr so gebraucht werde.

Wenn wir mal ehrlich sind bedeuten reduzierte Arbeitsstunden auch reduzierter Lohn. Die “freie” Zeit brachte mich zum Nachdenken. Bevor ich ganz einroste möchte ich wieder Vollzeit durchstarten. Für meine Lebensplanung ist ein volles Gehalt auch nicht zu verachten.

Bevor ich dann mit meinem Arbeitgeber über den Wunsch sprach habe ich natürlich mit Timo die Sachlage beredet. Welche Einschränkungen werden auf ihn zu kommen oder besser gesagt welche Annehmlichkeiten jetzt für ihn wegfallen könnten. Für mich sollte dies gemeinsam entschieden werden.

Mein Sohn sagt Mama mach!

Statt mit der Mama jeden Mittag von der Schule nach Hause fahren fährt er jetzt Bus. Mittagessen macht er sich selbst warm. Hausaufgaben und Lernen sind seine Verantwortung.
Verabredungen müssen jetzt besser organisiert werden, spontan fahren ist vorbei.
Ich weiß das er es kann und das es ihn nicht stört allein zu sein bis wir von der Arbeit kommen. Sein Essen werde ich vorbereiten und wie jetzt schon das Frühstück abgewogen und berechnet bereitstellen aber nur weil ich ihn damit verwöhne, nicht weil er es nicht kann. Eigentlich klingt alles gut durchdacht und ganz einfach.

Eigentlich….

Aber umso näher der Tag rückt, umso mehr Bedenken habe ich die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Er kann es, beweist es ständig, aber jetzt muss er und ich bin schuld.

Meine Gedanken hängen zwischen schlechten Gewissen und mach Dich nicht verrückt und ich hoffe und glaube das sich das dann legt, wenn wir unseren neuen Familien Rhythmus gefunden haben.

Mandy

Mandy

Bereits im Alter von 3 Jahren erkrankte unser Sohn an Diabetes Typ 1. Fast noch ein Kleinkind, hieß es von nun an Pieksen, Messen, Insulin abgeben. In meinen Beiträgen möchte ich zeigen, wie wir alle zusammen mit der Krankheit leben.
Mandy
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