Diabetes blogwoche 2018

#dbw2018: Abgabe-Tag! Wem würdest du einen Tag lang deinen Diabetes geben und warum?

Oder wie in unserem Fall: “Wem würdest du einen Tag lang den Diabetes deines Kindes abgeben und warum?

Den Diabetes der Tochter einmal für einen Tag lang abgeben hört sich doch irgendwie verlockend an. Und ehrlich gesagt fällt mir die Antwort auf diese Frage nicht wirklich schwer. Ganz spontan sind mir da so einige Möglichkeiten eingefallen.

Ich würde Leonies Diabetes abgeben

an alle die immer wieder sagen: “Stell dich nicht so an. Mit Diabetes kann man heute sehr gut leben. Es gibt schlimmeres
Ich hätte nichts dagegen, wenn all diese nur einen einzigen Tag mit der Krankheit meiner Tochter leben müssten. Wenn sie mal am eigenen Leib verspüren würden, was es für ein Kind heißt mit der Krankheit zu leben. Ja, es gibt schlimmeres und ja man kann mit Diabetes in der heutigen Zeit sicher leichter leben als noch vor 20 Jahren. Aber es ist immer noch eine erhebliche Einschränkung, die ziemlich viel Disziplin schon von den Kleinsten erfordert.

Ich würde Leonies Diabetes abgeben

an alle Lehrer und Erzieher, die sich weigern unsere Kinder in Schulen und Kindergärten zu unterstützen. Gerne würde ich diesen Personenkreis für nur einen Tag den Diabetes meiner Tochter abgeben oder auch an deren Kinder. Damit auch sie einmal erleben, was es für Familien heißt, wenn ihr Kind auf Grund einer Krankheit nicht mehr den gewohnten Kindergarten besuchen darf oder in der Schule so ganz auf sich alleine gestellt ist. Vielleicht würde es dann bei dem einen oder anderen ein Umdenken geben.

Ich würde Leonies Diabetes abgeben

an all die Supermütter unter uns, die uns Müttern von Kindern mit Typ1 Diabetes einreden wollen, die Krankheit wäre unsere Schuld. Weil wir negative Schwingungen auf unsere Kinder ausstrahlen. Ich weiß, totaler Schwachsinn, aber leider schon erlebt. Hier nachzulesen im Blog

Ich würde Leonies Diabetes abgeben

an all die Wunderheiler und Heilsversprecher. Sollen Sie doch einmal selbst erleben was es heißen würde auf das lebensnotwendige Insulin zu verzichten. Sollten Sie doch erleben, wie schlecht es einem Menschen in einer Ketoazidose geht. Vielleicht lassen Sie uns dann endlich in Ruhe mit ihren Heilsversprechungen, mit ihren Pillen und Pülverchen und merken endlich, dass es bei Typ1 Diabetes nur ein Wundermittel gibt  – und das ist Insulin.

 

Nicht nur für einen Tag, sondern für immer

Und auch wenn ich so einigen mal nur für einen einzigen Tag die Krankheit mit all ihren Anforderungen und Facetten wünschen würde, so würde ich jedoch gerne meiner Tochter die Krankheit komplett abnehmen. Nicht nur für einen Tag, sondern für immer. Ich finde, Kinder sollten nicht durch eine Krankheit (egal welche) in irgendeiner Form eingeschränkt werden. Kinder sollten ein unbeschwertes Kinderleben genießen können. Frei von Sorgen und Krankheiten. Wenn ich also könnte, wenn ich nur einen einzigen Wunsch frei hätte, so gäbe es für mich nur diesen einen: Ich würde den Diabetes meiner Tochter übernehmen und zwar für immer.

 

diabetes-blog-woche

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy
Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren:

3 Comments

  • Saskia 03/08/2018 at 14:36

    So ein toller und bewegender Artikel. Großes Kompliment. Ich musste den Link sofort an meine Mutter weiterleiten, die damals bestimmt genau so empfunden hat.

    Liebste Grüße,
    Saskia

    Reply
  • Andrea 30/07/2018 at 13:35

    Wunderschön geschrieben. 💙

    Reply
  • Swantje 30/07/2018 at 11:53

    Liebe Kathy,
    Du sprichst mir aus dem Herzen. Vor allem der letzte Satz❤️
    Vielen Dank für diesen Text,
    Liebe Grüße
    Swantje

    Reply

Leave a Comment