Einladung Übernachtungsparty bei Freunden Kinder Diabetes Typ 1

Die erste Einladung zur Pyjama Party mit Übernachtung

Vor den Weihnachtsferien kam Leonie freudestrahlend mit ihrer ersten Einladung zu einer Übernachtungsparty nach Hause. Neben der Übernachtung standen da noch Pizza, Schokofondue und Chips auf dem Programm. Also alles was eine gute Kindergeburtstagsparty so braucht und den Blutzucker so richtig durcheinanderbringen kann. Mein Gedankenkarussell begann zu kreisen. Sollten wir es Leonie erlauben? Oder soll sie nur auf die Geburtstagsfeier gehen, dort aber nicht übernachten? Irgendwie auch nicht das Wahre. Ich hätte als Kind auch nicht das “Beste” verpassen wollen. Leonie hat sich so über diese Einladung gefreut und warum sollten wir es ihr eigentlich nicht erlauben? Was spricht dagegen, wenn die Gasteltern bereit sind Leonie bei ihrem Diabetes zu unterstützen?
Genau, Nichts. Es bedeutet für uns zwar etwas mehr Vorbereitung, denn schließlich war es die erste Übernachtungsparty, aber es waren auch Weihnachtsferien, so, dass wir ausreichend Zeit für die “Organisation” hatten.

Natürlich habe ich vor der großen Party mit der Gastmutter telefoniert. Sie wusste von Leonies Diabetes Erkrankung und wir haben besprochen, wie der Abend am besten ablaufen könnte und dabei natürlich auch Leonie mit ins Boot geholt.
Leonie ist sehr oft auf Kindergeburtstage eingeladen und kennt sich mit allem schon sehr gut aus. Und wenn die Gasteltern ihr beim Essen abwiegen und KE berechnen behilflich sind, benötigt sie unsere Unterstützung schon gar nicht mehr. Allerdings, müsste gerade bei diesem Partyessen, einmal in der Nacht ihr Blutzucker kontrolliert werden. Hier haben wir besprochen, dass die Gasteltern Leonie um 2:30 Uhr wecken und sie ihren Blutzucker misst und gegebenenfalls bei einem zu hohen Wert über die Pumpe einen Korrekturbolus abgibt.

Der Tag der Übernachtungsparty

Als der große Tag kam, war ich wohl nervöser als Leonie. Als Mutter ist man da ja immer sehr emotional. 🙂 Doch ich war zuversichtlich. Leonie weiß was sie machen muss und die Gasteltern standen allem sehr offen und aufgeschlossen gegenüber.
Um alles vor dem Partytrubel besprechen zu können, sind wir bereits 30 Minuten früher beim Geburtstagskind angekommen. Was Leonie schon mal toll fand. So lange vor allen anderen da zu sein. Wir haben nochmal das Essen besprochen und wie man die KE berechnet. Wir haben die Messzeiten festgelegt, also wann Leonie zwischendurch ihren Blutzucker kontrollieren soll und ich habe meine kleinen “Spickzettel” an die Gasteltern weitergegeben. Wie bei jedem anderen Kindergeburtstag auch habe ich vorsorglich die temporäre Basalrate der Insulinpumpe auf 80% gestellt, damit sie nicht zu sehr durch das Toben abfällt. Wobei das bei Pizza, Chips und Co. wohl eher unwahrscheinlich war.

Jetzt konnte die Party losgehen. Und wie zu erwarten, hat alles bestens geklappt. Leonie und die Gasteltern haben den Diabetes gemeinsam super gemeistert. Ich konnte somit ein glückliches Kind abholen, dass wieder ein Stückchen selbstsicherer und selbstbewusster im Umgang mit der Erkrankung geworden ist.

Wie ich den Abend und die Nacht überstanden habe

Den ganzen Abend über verspürte ich eine leichte innere Unruhe. Schließlich war es Leonies erste Übernachtungsparty und dann auch noch mit dem Diabetes im Gepäck. Und dennoch habe ich darauf vertraut, dass alles so funktionieren wird, wie wir es besprochen haben. Geschlafen habe ich nicht wirklich gut, aber das ist ja auch normal. Und das nehme ich gerne in Kauf, wenn meine Tochter dadurch ein kleines Stückchen “normaler” Kindheit erleben darf.

Was ich aber an der Einladung besonders toll fand, war, dass die Gasteltern Leonie nicht ausgeschlossen haben. Der Diabetes war für sie dabei kein Problem, auch wenn Leonie dadurch etwas mehr Beachtung benötigte. Ehrlich gesagt, habe ich mich auch sehr darüber gefreut. Schließlich weiß ich auch, dass es nicht immer selbstverständlich ist, dass unsere Kids und ihre Krankheit so offen von anderen Eltern angenommen werden.

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy
Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren:

2 Comments

  • Marion 24/02/2016 at 11:40

    Hallo
    Du sagst du hast eine liste für die Gast Eltern. Ich bin jetzt mal so frech und frag ob ich vielleicht ne Kopie davon haben könnte. Bin immer wieder vor einem Rätsel wie man was berechnet vielleicht würden dadurch ein paar gelöst.

    Reply
    • Kathy 27/02/2016 at 10:43

      Hallo,
      Schick mir doch Deine Emailadresse, dann schicke ich Dir meine Liste zu.

      Reply

Leave a Comment