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Diabetes und Diabetes Typ F

Als Mutter eines kleinen Diabetikers bin ich ein waschechter Typ F.

Durch das Thema innerhalb der Diabetes Blogwoche 2015 bin ich auf die Idee gekommen, meinen Sohn (8 Jahre) zu befragen, wie er mich eigentlich in Bezug auf seinen Diabetes findet. Das Diabetes-Management ist bei uns noch strikt aufgeteilt. Ich bin der Boss und er führt aus. Laut seinen Worten bekomme ich gute Noten (so gegen 2+). Nur ab und zu nerve ich einfach, wenn ich ihn ständig an das Blutzuckermessen oder an die Bolusabgabe erinnern muss. Auch meine Fragen zum Thema Diabetes gleich nach der Schule kommen bei Timo nicht so gut an. Ich muss mir wirklich abgewöhnen als erstes nach den Blutzuckerwerten zu fragen, wenn er aus der Schule kommt. In diesem Punkt bekam ich von Timo eine klare Ansage. Gut, ich versuche mich zu bessern. Ich glaube aber, dass wir dennoch ein ganz gutes Team sind, um seinen Diabetes gemeinsam zu meistern. Und ich wünsche mir auch das dies weiter so bleibt.

Doch wie sieht es bei Timos Freunden und Klassenkameraden aus. Sind ja auch irgendwo Typ F.

Als ich ihn dazu befragte, stimmte mich das etwas trauriger. Wirklich Interesse an dem was er tut (Diabetes) ist schon ab und zu mal da und dann erklärt er es auch gerne. Aber er ist sehr enttäuscht, dass er durch das Messen am Anfang der Pause immer wieder den Anschluss beim Spielen verliert. Alle stürmen aus dem Klassenzimmer Richtung Pausenhof und er braucht einfach seine Zeit. Messen und Bolen geht halt nicht in zwei Sekunden. So findet er in den Pausen schlecht Anschluss und verbringt sie oft alleine und am Rand. Schon allein dasd Bild vor Augen stimmte mich sehr traurig.

Aber auch in seinen Freundeskreis zu Hause ist sein Diabetes mittlerweile so selbstverständlich, das er eigentlich ignoriert wird und leider dann auch stört. Timo verzichtet dann lieber aufs Blutzuckermessen, als das Spiel zu unterbrechen. Es ist nämlich durchaus schon vorgekommen, dass er wenn er doch mal schnell misst alleine zurück geblieben ist – also nicht mehr mitspielen durfte. Seine Freunde sind wie er damit aufgewachsen und nun frage ich mich, ob es der richtige Weg war, der Erkrankung nicht so viel Raum zu geben. Oder ob ich seine Freunde nicht mehr hätte miteinbeziehen sollen. Ich hatte immer die Vorstellung, dass sie Timo irgendwann an das Blutzuckermessen erinnern oder wenigstens in solchen Momenten Rücksicht darauf nehmen und ihn nicht ausschließen. Ich wünsche mir, dass Timo irgendwann einen guten Freund oder Freundin findet, die immer an seiner Seite steht, komme was wolle.

Mandy

Bereits im Alter von 3 Jahren erkrankte unser Sohn an Diabetes Typ 1. Fast noch ein Kleinkind, hieß es von nun an Pieksen, Messen, Insulin abgeben. In meinen Beiträgen möchte ich zeigen, wie wir alle zusammen mit der Krankheit leben.
Mandy

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