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Who can walk in your shoes except another type 1 mom?

Vor einiger Zeit bin ich im Internet über folgenden Satz gestolpert:

“Who can walk in your shoes except another type 1 mom – Let’s walk together.”

Frei übersetzt heißt das Ganze so viel wie: “Wer kann sich in dich hineindenken, dich verstehen (in deinen Schuhen gehen) außer einer anderen Typ1 Mutter. Lasst uns den Weg gemeinsam gehen.”

Dieser Satz ist irgendwie an mir hängen geblieben. Ich musste viel darüber nachdenken. Und je mehr ich darüber gegrübelt habe, umso mehr hat es dieser eine Satz für mich auf den Punkt gebraucht. Wenn ich so meine Gespräche und Alltagssituationen Revue passieren lasse, komme ich genau zu demselben Ergebnis. So richtig meine/unsere Situation verstehen, kann nur eine andere Diabetes Mami. Wir teilen die gleichen Ängste, Sorgen und Nöte. Machen oftmals ähnliche Erfahrungen im Umgang mit unseren Kindern. Und freuen uns über dieselben, oft unscheinbaren Kleinigkeiten im Leben mit Diabetes Typ 1.

Es gibt natürlich in meinem Umfeld viele andere Mütter, die sich immer wieder mit mir über die Krankheit unterhalten. Aber es ist dann immer mehr wie ein kleiner Bericht aus unserem Leben. Richtig verstehen oder in die Situationen hineinversetzen können sie sich nicht. Das merkt man beim Erzählen schon häufig an den Gesichtsausdrücken oder spätestens an den Fragen die nach so einem Rapport gestellt werden. Fragen wie “Nach zwei Jahren muss Leonie doch jetzt schon gut eingestellt sein!” oder “schon mal mit Homöopathie versucht?” Ich finde es auf der einen Seite je toll, dass das Interesse da ist, aber für mich persönlich sind diese Gespräche nicht wirklich eine große Hilfe.

Meine Erfahrung zeigt einfach, dass mir in den meisten Situationen schlicht und einfach nur andere betroffene Mütter helfen können. Da bedarf es oft keiner großen Worte, man versteht sich einfach, weil man die Alltagssituationen oft schon genauso erlebt hat.

Keiner da, nach der Manifestation

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© Blog – kinder-mit-typ1-diabetes

Und das ist auch etwas, was ich mir gleich nach der Manifestation unserer Tochter gewünscht hätte. Im Krankenhaus ging es nach der Diagnose zu 100% um Schulung, Schulung, Schulung. Das ist auch immens wichtig. Doch für mich wäre, schon zu diesem Zeitpunkt, der Kontakt zu einer anderen Diabetes Mami (die schon länger mit der Krankheit lebt) wichtig gewesen. Ich hatte am Anfang so viele Ängste, Sorgen und Fragen. Vor allem die Frage wie kann ich das alles schaffen? Wie sollen wir das alles, was jetzt auf uns zu kommt meistern? Diese Fragen hätte mir eine erfahrene Mutter beantworten können. Denn auch sie ging durch diese erste Zeit. Aber sie hätte mir auch zeigen können wie toll es klappt das Leben mit Diabetes Typ 1.
Doch ich kannte niemanden, an den ich mich hätte wenden können.

Erfahrungsaustausch und Zusammenhalt sind wichtig

Mittlerweile kenne ich einige betroffene Eltern und der Austausch untereinander ist für mich unentbehrlich geworden. Sei es von Angesicht zu Angesicht oder auch nur per Internet. Es gibt da eine Hand voll Mütter (Zuckerstücke, wenn man so will), auf die ich mich immer verlassen kann, die immer ein offenes Ohr haben. Ich weiß, wir sind nicht alleine in dieser Situation. Es gibt Familien, Eltern, Mütter, denen geht es genauso wie uns. Wir lernen gegenseitig aus unseren Erfahrungen. Und dafür bin ich sehr dankbar.

Trifft das auch auf unsere Kinder zu?

Wenn ich dann so weiter darüber nachdenke, kann ich diesen Satz ebenso auf unsere Kinder übertragen. Ich habe das Gefühl (aber vielleicht täusche ich mich dabei auch), dass nur Freunde, die ebenfalls an Diabetes Typ 1 erkrankt sind unsere Kinder richtig verstehen können. Unsere Kinder erleben viele Lebenssituationen ähnlich und haben auch ihre ganz besonderen Ängste, Sorgen und Nöte. Darum ist es mir auch wichtig, dass unsere Tochter andere Kinder mit derselben Krankheit kennenlernt und auch Freundschaften sich daraus bilden. Vielleicht Freunde fürs Leben, mit denen man sich immer und überall über die Krankheit und seine Probleme austauschen und vielleicht auch mal auskotzen kann. Das Gefühl “ich bin nicht alleine” und es ist immer jemand da der mich versteht ist unendlich wichtig für uns Mütter und für unsere Kinder.

Doch nicht immer läuft alles harmonisch

Schade ist nur (und das fällt mir schon manchmal auf), wenn sich betroffene Mütter gegenseitig bekriegen, anstatt einander beizustehen. Wir sitzen doch alle im selben Boot. Wir haben nicht immer dieselben Meinungen. Wir gehen nicht alle gleich mit der Krankheit unserer Kinder um. Doch im Grunde können wir alle von den Erfahrungen jeder einzelnen Mutter nur profitieren. Gerade weil nicht alle den gleichen Blickwinkel auf die Krankheit haben, kann dieser Austausch so unheimlich hilfreich sein.

Also halten wir zusammen und gehen den Weg gemeinsam!

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy
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