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Wir beantragen ein CGM (Teil 2)

Gastautor: Heike G. mit Ihrem Sohn Lars, 9 Jahre alt, Diagnose seit Nov. 2010

Die Krankenkasse hatte uns also mitgeteilt, sie hätte nun alles und würde unseren Antrag durch den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) prüfen lassen.

Knapp zwei Wochen später am 23.12. lag ein Brief im Kasten. Allerdings stand darin kein Wort vom CGM, sondern die Krankenkasse freute sich uns mitteilen zu können, dass sie Lars eine Insulinpumpe genehmigen… Nett, bloß hat er die doch schon seit Mai 2011. Freilich, wir hatten nie eine schriftlich Genehmigung erhalten. Aber im Oktober 2011 wurde mir telefonisch bestätigt, die Pumpe sei genehmigt. Komisch, sehr komisch…

Also nichts wie ans Telefon. Vielleicht haben die sich verschrieben und genehmigen das CGM..? Es meldete sich ein junger, sehr netter Herr, der aber anscheinend gedanklich doch bereits unterm Weihnachtsbaum saß. Er meinte, das sei normal. Das liefe immer so. Ja, ja, sie müssten doch erstmal prüfen, ob die Werte mit der Pumpe auch stabil blieben.
Ähm… wir hatten eigentlich gerade Tagebücher geschickt, die belegten, dass Lars’ Werte trotz Pumpe und trotz intensiven Bemühens unsererseits eben nicht stabil sind.

Weihnachten und Neujahr kamen und gingen und die 5 Wochen, die die Krankenkasse unter Zuhilfenahme des MDKs laut §13 SGB 5 Zeit hat, den Antrag zu prüfen, neigten sich langsam aber sicher dem Ende zu. Ich wurde jeden Tag nervöser, wenn ich zum Briefkasten ging. Würde die Ablehnung auf den letzten Drücker noch kommen… oder gar die Zusage?

Nichts kam, gar nichts.

Einen Tag nach Fristablauf rief ich an um nachzufragen. Die nette Mitarbeiterin am Telefon war verwirrt und wurde immer verwirrter, je mehr sie sich in den Fall „rein las“. Am 20.12. sei eine „Gut“achten (SCHLECHTachten hätte besser gepasst) vom MDK gekommen und daraufhin sei die Genehmigung geschrieben worden. Ach nee, das war ja die Genehmigung für eine Pumpe… aber warum das? Die war jetzt doch gar nicht beantragt worden…
Nach einigen Irrungen und Wirrungen stellte sich heraus, dass der MDK doch tatsächlich nicht begutachtet hatte, ob Lars ein CGM sondern ob er eine Pumpe braucht.
Ganz offensichtlich hatte sich der „Gut“achter weder die Mühe gemacht die zweiseitige Verordnung vom Arzt noch die 2 Seiten von meiner Wenigkeit zu lesen und auch die 90 Tage Tagebuch muss er wohl daumenkinoartig durchgeblättert haben. Sonst hätte ihm eigentlich auffallen müssen, dass Lars längst eine Pumpe hat…

Ein „schöner“ Gutachter!! Hat wohl von Diabetes so viel Ahnung wie eine Kuh vom Eierlegen. Und sowas wird auf chronisch kranke Kinder losgelassen… Ein Skandal!

Jedenfalls habe ich der netten Dame am Telefon deutlich gesagt, dass ich nicht bereit bin, wegen eines Fehlers, der in keiner Weise von uns zu vertreten ist, weitere 5 Wochen zu warten und dass der Antrag wegen Fristüberschreitung ja eigentlich sowieso durch ist.

Und nach einer kurzen Rücksprache mit dem Vorgesetzten erhielten wir doch glatt eine mündliche Zusage!

Ganz so einfach ging es dann natürlich doch nicht. Wäre ja auch zu schön um wahr zu sein gewesen.
Prompt flatterte uns wenig später die falsche Zusage ins Haus und ich hatte noch ein paar weitere Gespräche mit ein paar anderen Krankenkassenmitarbeitern und schließlich mit dem Lieferanten. Und als der Lieferant dann auch endlich die die Kostenübernahmeerklärung auf dem Tisch hatte… ja, da konnte er nicht liefern. Das gibt’s auch.

Aber irgendwann war auch der Lieferengpass überwunden und der Paketbote brachte endlich unser Starterset. Und nun versuchen wir uns seit ca. 2 Wochen mit dem CGM und werden in Kürze von unseren Erfahrungen berichten.

Gast Autor

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1 Comment

  • janina 10/03/2014 at 11:19

    Hallo was musstet ihr alles abgeben?

    Reply

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