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Stahl oder Teflon? – Welcher Katheter ist der Richtige für unsere Tochter

Welcher Katheter ist der richtige für mein Kind? Stahl oder doch Teflon?
Vor dieser Entscheidung stehen alle Eltern eines Kindes mit Diabetes mellitus Typ1, das eine Insulinpumpe trägt.

Durch den Stahl- bzw. Teflonkatheter  gelangt das Insulin aus der Pumpe ins Unterhautfettgewebe und damit in den Körper. Unsere Kinder haben häufig nicht die große Auswahl an Körperstellen, wo der Katheter optimal gesetzt werden kann. Deshalb sollte der Katheter alle zwei und bei Teflon spätestens alle drei Tage gewechselt werden.
Stahl-Katheter sind sehr dünne Nadeln. Leider ist die Stahlnadel nicht sehr flexibel, so dass sie Schmerzen und Verletzungen verursachen kann.
Teflon-Katheter sind dünne Kunststoffkanülen, die mit einer Stahlnadel und einer Stechhilfe gestochen werden. Die Stahlnadel wird dann wieder entfernt, und es bleibt nur noch der flexible Teflonschlauch im Körper. Der Vorteil er macht alle Bewegungen der Kinder mit. Dafür sind die Einstichstellen häufig etwas mehr belastet als bei Stahl.

Am Anfang war der Stahlkatheter

Wir mussten im Krankenhaus mit Stahl-Kathetern anfangen. Es dauerte gefühlte zwei Stunden, bis wir den ersten Katheter bei unserer Tochter setzen konnten. Sie wehrt sich gegen alles was mit einer Nadel zu tun hat. Die ersten Tage ging es noch gut, obwohl unsere Tochter sich immer wieder über Stiche / Schmerzen v.a. bei viel Bewegung beklagt hatte.
Nachdem wir dann die ersten Tage zu Hause waren, haben sich ihre Blutzuckerwerte immer mehr verschlechtert. Ihre Katheterstellen wurden blau und haben sich verhärtet. Oh Gott, und das schon nach drei Wochen. So konnte das nicht weitergehen. Nach Rücksprache mit unserer Diabetesberaterin sind wir wieder ins Krankenhaus gefahren, um diesmal einen Teflon-Katheter auszuprobieren.

Ein neuer Katheter aus Teflon musste her

Es war einer mit einer Nadel, die schräg im 45° Winkel gestochen wurde. Unsere Tochter hat sich am Anfang gegen diese Variante gewehrt, aber bei Stahl konnten wir definitiv nicht bleiben. Der neue war ein Ungetüm, mit dem ich überhaupt nicht zurecht kam. Ich stellte mich damit so ungeschickt an, das sogar Leonie meinte: “Mama, sei mir nicht böse, lass das lieber dem Papa machen, ich trau dir nicht so…” Jetzt durfte nur noch mein Mann den Katheter wechseln. Was auch nicht wirklich eine Lösung war. Schließlich mussten wir bei schlechten Werte, bei Katheterproblemen immer warten bis der Papa endlich zu Hause war.

Und neuer Teflonkatheter zum Zweiten

Im Sommer waren wir dann auf Reha, und dort habe ich beschlossen, einen neuen Katheter auszuprobieren. Wir haben uns für einen Teflon-Katheter entschieden, der nicht mehr schräg sondern gerade gestochen wird. Wieder mussten wir auf Leonie einreden, doch diesen Katheter auszuprobieren. Nach langem hin und her, hat es dann endlich funktioniert.  Nach ein paar Übungseinheiten mit der Schwestern vor Ort, konnte ich diesen Katheter endlich alleine setzten. Meine erste Bewährungsprobe hatte ich dann gleich noch in der Reha. Der Katheter war abgeknickt und hat uns in der Nacht extrem hohe Werte beschert. Da keine Diabetes-Schwester greifbar war, musste ich den Katheter das erste mal alleine Wechseln. Und siehe da es hat geklappt. Diesmal war ich stolz auf mich :-). Jetzt müssen wir nicht mehr auf den Papa warten, jetzt kann ich immer und überall den Katheter wechseln. Und ich darf es jetzt auch. “Mama jetzt machst du den Katheter so toll wie der Papa.” Na, wenn das mal nicht ein Lob ist.

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy

1 Comment

  • Stefan 30/09/2014 at 20:59

    Ich kenne das. Als unsere Kleine die Pumpe bekam, da haben uns alle Schwestern zur Stahlkanüle geraten. Schließlich haben sie selbst vor kurzem ein Schulungsseminar besucht und sich selbst eine Stahlkanüle setzen lassen welche sie dann den ganzen Tag getragen haben. Als unsere Tochter dann mit der Stahlnadel am oberen Po gejammert hat, dass es zwickt und weh tut, haben die Profis dann nur gemeint: das kann nicht sein. Bei mir war es ja auch problemlos. Nur haben sich die Erwachsenen die Kanüle am Bauch setzen lassen. Ich hab mir dann auch ne Stahlkanüle am Po setzen lassen und beim Fernsehschauen hat selbst bei mir das ständig geziept und gestochen. Die Variante aus Teflon ist vieeeeel vieeel angenehmer und nicht zu spüren. Gottseidank verträgt unsere Tochter die Kunststoffkanüle gut. Wir haben von Anfang an die 6mm Variante mit 90° verwendet.

    Viele Grüße

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