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Es war einmal … die Diagnose und das veränderte neue Leben mit Diabetes Typ 1

Gastautor: Silke Z. mit ihrem Sohn Paul 7 Jahre alt, Diagnose seit 2010, ITC

Es war einmal…

ein kleiner 4 jähriger Junge, der fröhlich und lebenslustig war. Der total gerne kletterte, und dass richtig hoch. Der seine Erzieherin im Kindergarten liebevoll „ alte Oma“ nannte. Der, der alle mit seinem Lachen ansteckte.

Aber irgendwann im Sommer 2010 ging etwas in dem kleinen Körper des kleinen Jungen vor. Er war häufig erschöpft und müde, trank sehr viel und machte ganz viel Pipi. Innerhalb von 2 Wochen hatte er 5 Kilo abgenommen, was sehr erschreckend bei so einem kleinen, schlanken Kerlchen aussah.

Seine Mama ging voller Sorge mit ihm zum Arzt und wurde sofort in die Kinderklinik überwiesen. In einem Untersuchungszimmer schilderte sie der Ärztin all seine Symptome. Der kleine Junge saß auf dem Schoß seiner Mutter und wurde sehr, sehr still.

Die Ärztin nahm den „Pipi-Beutel“, den der kleine Junge zuvor gelegt bekommen hatte, mitsamt seinem Pipi und verließ das Zimmer. Sie hatte Clogs an, die der Mutter noch lange in den Ohren liegen würde. Diese Clogs kamen kurze Zeit später in einem sehr schnellen Tempo zurück. Diese „Clogs“ riefen im Flur einer Schwester zu:“ Schnell ein Intensivbett, schnell!“

Der kleine Junge hatte Diabetes. Man musste ihm in beide Arme Zugänge legen, ohne Betäubungspflaster. Der kleine Junge war so schwach, dass er in den Armen seiner Mutter zusammensackt. Sofort nimmt ihn eine Schwester und bringt ihn auf die Intensivstation. Dort wird er an einen Herzmonitor angeschlossen, und man legt ihn an einen Tropf um ihn mit Flüssigkeit vollzupumpen. Er sieht ganz elendig aus, ausgetrocknete Lippen, nach hinten gefallene Augen, total blass. Er fängt an zu brechen, fängt an zu hecheln. Sein BZ-Wert liegt bei 689!

Auch sein Papa kommt schnell von der Arbeit, er gibt dem kleinen Jungen und der Mutter Kraft, indem er einfach nur da ist.

Jede Stunde wird der BZ gemessen, man fing nachts schon mit der Insulingabe an. Der kleine Junge hat die Nacht sehr gut überstanden und fragt seine Mutter ob sie jetzt nach Hause gehen können!

Nach 3 Tagen konnten sie in ein normales Krankenzimmer umziehen. Es folgten 3 Wochen Krankenhausaufenthalt. Der kleine Junge und seine Eltern müssen nun lernen wie man sich den BZ misst, sich spritzt und wie man das Essen berechnet.

Nach 3 Wochen Krankenhausaufenthalt und gefühlten 300 Unterzuckerungen dürften sie endlich nach Hause. Zu Hause klappt alles prima. Der kleine Junge macht das einfach Super, er merkt schnell seine Unterzuckerungen, was die Eltern unwahrscheinlich stolz macht.

Heute, nach 3 Jahren Diabetes haben sie sich damit arrangiert. Akzeptieren tun sie es immer noch nicht.

Der kleine Junge macht das so super, misst sich selbstständig den BZ, spritzt sich selber, wer kann das schon in seinem Alter.

Der kleine Junge ist jetzt 7 Jahre alt und ist wieder ein lebenslustiger Junge. Er bringt seine Mitmenschen wieder zum Lachen, er hat wieder Spaß am Leben.

Lieber Paul, wir sind überglücklich dich zu haben. Bleib so wie du bist, du wirst dein Leben, genau wie den Diabetes, so richtig meistern.

Wir haben dich total lieb!

Deine Mama und Dein Papa

Gast Autor

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