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Gedanken…

Im Moment scheint sich die Welt zu verändern. Kriege, Krisen und selbstverherrlichende Politiker. Manchmal frage ich mich, wohin diese Situationen im Moment noch führen werden. Und ab und zu blitzt da auch ein ganz bestimmter Gedanke immer wieder in meinem Kopf auf.

Meine Gedanken …

Was ist, wenn die Krise, der Krieg auch uns erreicht? Was ist, wenn das lebenswichtige Insulin plötzlich knapp wird? Kann das überhaupt geschehen?

Diese Gedanken, dieses spezielle Angstszenario beschleicht mich in letzter Zeit immer wieder. Ich ertappe mich dabei, wie ich überlege mir, wie viel Insulin wir zu Hause wohl “bunkern” könnten. Ich überlege mir, wie lange wir wohl unseren Insulinvorrat rationieren könnten, so dass wir auch eine längere Zeit damit auskommen würden. Ich überlege mir, ob das Überleben mit Diabetes Typ 1 dann auch eine Frage des Geldes sein wird. Je mehr Geld oder auch Ware zum Tauschen man hat, umso eher bekommt man Insulin, umso eher hat man die Chance eine Krise zu überleben? Wer bestimmt dann eigentlich, wer welches lebensnotwendiges Medikament bekommt?

Vielleicht bin ich, was dieses Thema betrifft, im Moment etwas überängstlich. Doch ganz ehrlich, ich finde diese Vorstellung einfach enorm bedrückend. Ich möchte das es meiner Tochter weiterhin gut geht. Möchte, dass sie wie allen anderen Kinder auch ihre Kindheit genießen kann.

Und bei allen Ängsten frage ich mich immer wieder, geht es nur mir so? Gibt es auch andere Eltern, die sich mit solchen oder ähnlichen Gedanken herumschlagen? Im Moment hoffe ich einfach auf die Vernunft unserer Politik und darauf,  dass meine schlimmen Gedanken nie Wirklichkeit werden.

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy

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3 Kommentare

  • Christina 06/10/2017 at 16:31

    Liebe Kathi,

    Wir sind erst seit Mitte August dabei. Aber genau diese Gedanken beschäftigen mich auch. Ich versuche es meistens auszublenden und mir nur das Gute im Menschen vorzustellen.
    Falls du eine Lösung findest, darfst Du mich gerne daran teilhaben lassen.
    🙂
    Ansonsten glaube ich weiterhin an eine gute Welt!

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  • Ilja Lange 31/08/2017 at 12:21

    Hallo Kathy,
    deine Sorgen über Behandlung von Diabetes Typ I in Krisenzeiten kann ich sehr gut nachfühlen.
    Als ich 15 Jahre alt war, wurde bei mir Diabetes Typ I diagnostiziert. Seitdem wird meine Krankheit mit Insulin behandelt. Mit 27 wurde bei mir die Autoimmunerkrankung Morbus Addison diagnostiziert. Genauso wie Diabetes unheilbar. Das schlimme an der Krankheit ist dass die Krankheit mit Kortison behandelt wird. Damit steigen auch Blutzuckerwerte.
    Die politische Veränderungen in Europa machen mir richtig Sorgen. Da ich das Gefühl habe dass viele Mitmenschen herz- und verständnislos werden was u.a die Akzeptanz für Menschen mit Behinderung betrifft.
    Man hat Angst dass man sich um einen Menschen kümmern muss, wenn er umkippt. Ich sage mir jetzt dass ich was ändern kann wenn ich bei der Wahl 2017 das Kreuz an der richtigen Stelle mache.
    Ich wünsche dir und deiner Tochter alles gute.
    Grüße aus Bad Liebenzell
    Ilja Lange

    Reply
  • Ela 16/05/2017 at 21:35

    Servus Kathi,
    ein sehr interessanter Artikel.
    Genau diese Gedanken gehen mir auch seit geraumer Zeit durch den Kopf…
    Darf man gar nicht so tief einsteigen… Mein Sohn wird morgen 16, den Diabetes hat er seit etwas über einem Jahr. Im Gegensatz zu den ersten Wochen und Monaten läuft es mittlerweile dank Pumpe, freestyleLibre und einem Diabetologen in der Nähe schon entspannter. Aber was wäre wenn…?
    Meine Gedanken gingen schon in die Richtung einen Beruf in der Krankenpflege zu wählen, um im Notfall praktisch an der Quelle zu sitzen… Hoffen wir, dass wir diese Notfallgedanken nicht brauchen werden.
    Liebe Grüße, €l@

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