kinder mit diabetes typ1 pflegedienst

Ein Pflegedienst zur Unterstützung in Schule oder Kiga

Vor ein paar Tagen klingelte mein Telefon und man fragte mich welchen Pflegedienst ich empfehlen könnte, um ein Kind mit Diabetes im Kindergarten zu unterstützen. Am Telefon war eine Mama mit neumanifestierten Kind und verzweifelt auf der Suche nach Antworten. Ich konnte ihr eine Adresse nennen und auch das Gespräch danach tat ihr gut und natürlich lud ich sie auch zu unserem Elternstammtisch ein. Als ich meinem Mann von dem Anruf erzählte, kam dann ein Satz der uns zurückdenken lies.

Weißt du noch wie verzweifelt wir nach Antworten gesucht haben?

Timos Diagnose kam im Oktober 2010, er besuchte seit 6 Wochen den Kindergarten und ich ging seit 6 Wochen wieder 3 Tage Vollzeit arbeiten. Wir hatten uns gerade in diese uns neue Situation eingefunden. Durch unsere Arbeitszeiten waren wir auch auf die Hilfe von der Oma angewiesen. Und dann kam dieser Schock. Die Diagnose Diabetes Typ1 bei unserem Sohn. Und dadurch änderte sich uns Leben doch recht schnell. Nicht nur der Umgang mit der Krankheit musste erlernt werden, nein auch unser Leben wurde auf den Kopf gestellt werden. Und die wichtigste Frage war:

Wie geht die Betreuung von Timo weiter?

Wir wollten uns gar nicht vorstellen das Krankenhaus nach der Diagnose zu verlassen. Doch die Zeit in der man darüber nachdenken muss wie es danach weitergeht kommt schnell. Und zu den Sorgen und Ängsten irgendwas in der Diabetestherapie falsch zu machen kommen die Sorgen wie es in der fremden Betreuung weitergeht. Unsere Oma signalisierte uns das sie allein damit überfordert ist. Das Essen wiegen und berechnen stellten kein Problem für sie dar, aber die Insulinpumpe machte ihr richtige Angst. Der Kindergarten war bereit sich im Umgang mit allen schulen zu lassen und Timo in allen zu unterstützen. Nur deckte dies nicht meine ganze Arbeitszeit ab. Ein Gespräch mit meinem Arbeitgeber brachte auch keine Lösung. Wir brauchten eine Hilfe. Aber woher?

Auf der Suche

Nach dem wir aus dem Krankenhaus entlassen wurden ließ ich mich beurlauben um die ersten Wochen noch Zeit zu haben das alle mit der neuen Situation zurechtkommen. Und wir suchten eine Möglichkeit das Timo in der Zeit bei der Oma jemand hat der die Insulinpumpe bedient. Wir haben stundenlang Telefonate geführt um eine Lösung zu finden. Eine Antwort brachte es nicht für uns. Es waren nervenaufreibende Tage. Ob bei der Krankenkasse oder im Landratsamt, egal wo wir es probierten und nachfragten. Es konnte uns niemand mit der Lösung des Problems behilflich sein.

Resignation?

Nach diesen Tagen waren wir soweit das für uns nur die Möglichkeit bestand das ich meinen Job kündigen muss um für Timo da zu sein. Diese Gedanken waren nicht schön. Nicht nur das ich gerne in meinem Job arbeite, es ist schlicht und einfach auch eine finanzielle Einbuße die uns da bevorstand. Und mit diesem Damoklesschwert über unseren Kopf kam ich zu einem Termin bei unserem Kinderarzt. Der auf die Frage: Wie geht es Ihnen? Eine heulende Frau vor sich sitzen hatte. Und nachdem ich wieder Worte hatte und ihn unsere Situation schilderte wurde zum ersten Mal jemand tätig.

Unsere Lösung

Die Auskunft die uns bis dahin verwehrt wurde bekam er. Mit einem Anruf bei unserer Krankenkasse erfahren wir nun das die Möglichkeit besteht einen Pflegedienst für unser Diabetes Kind zu engagieren. Der Arzt muss diesen verschreiben und dann wäre dies kein Problem für die Krankenkasse diese Kosten zu übernehmen. Der 2. Anruf galt dann einen ortsansässigen Pflegedienst ob er bereit ist diese Aufgabe zu übernehmen. Für mich war nach diesem Termin unser Leben erst einmal gerettet. Der Pflegedienst ließ sich sofort auf die Insulinpumpe schulen und mit klaren Absprachen war dies für uns die perfekte Lösung. Es ist ganz einfach. Der Pflegedienst muss nur verschrieben werden vom behandelten Arzt und nach Absprache kommt er sooft wie es nötig ist.

Bei uns war es so das er am Morgen und am Mittag zum Bedienen der Insulinpumpe kam. Timo maß zusammen mit der Oma den Blutzucker und das Essen stand von mir berechnet auf dem Tisch. Der Pflegedienst musste nur die Werte in die Insulinpumpe eingeben und der Bolusrechner übernahm das ausrechen. Das klappte bei uns sehr gut. Ich weiß das wir viel Glück mit unserem Pflegedienst hatten, nicht jeder findet einen. Dieser begleitete uns die ersten 3 Jahre bis Timo selber seine Insulinpumpe zuverlässig bedienen konnte.

Das sind unsere Erinnerungen an diese Zeit, ausgelöst durch einen unerwarteten Anruf. Ich freue mich, dass ich jetzt die Antworten jemanden weitergeben kann. Sowas hat uns damals vor 6 Jahren leider gefehlt.

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Mandy

Mandy

Bereits im Alter von 3 Jahren erkrankte unser Sohn an Diabetes Typ 1. Fast noch ein Kleinkind, hieß es von nun an Pieksen, Messen, Insulin abgeben. In meinen Beiträgen möchte ich zeigen, wie wir alle zusammen mit der Krankheit leben.
Mandy

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2 Kommentare

  • Ella 20/06/2017 at 11:24

    Hallo ich bin eine Mutter von zwei Diabetes Mädels von 12 und 9….und bin grad auf der Suche für meine jüngste eine Pflegekraft die in der Schule grad in Pausenzeiten zum Messen kommt und die sich mit Diabetes Typ 1 und Pumpeträger auskennt…bis jetzt mach ich das alles selber zur Schule ca 10 km fahre ich hin und her um zu messen….bleibe wenn was nicht vom Wert passt…nur Merk ich das das finanziell auf Dauer belastend ist…

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  • Swantje 19/01/2017 at 19:19

    Ein sehr wichtiger Artikel, danke!
    Als wir einen Pflegedienst für unseren zuckersüssen Sohn suchten, kam nur einer in Frage: unter der Bedingung, dass ich als Mama vor Ort jederzeit ansprechbar sein müsse und gelegentliche Messungen selbst übernehmen müsse. Nur unter diesen unrealistischen Bedingungen wollte der Pflegedienst mit uns arbeiten. Und nur mit Pflegedienst hätte die kleine christliche Kita bei uns im Dorf unser Kind aufgenommen. Wie zur Hölle soll das gehen? Unsere Löung war und ist, dass ich mein Kind mit zur Arbeit nehme (bin Sozialpädagogin in einer Kita), was nach meiner überstandener Krebs- und Burnouterkrankung gelinde gesagt nicht wenig herausfordend ist.

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