Kinder Diabetes Nahrungsergänzungsmittel

Sie meinen es ja nur gut oder auf Wunderpillen kann ich verzichten

Irgendwie versuchen ja viele Bekannte und Freunde uns in irgendeiner Weise zu unterstützen. Doch manchmal schießt diese gut gemeinte Unterstützung irgendwie über das Ziel hinaus.

Superpillen mit unglaublichen Werbeversprechen, auch bei Diabetes Typ 1

Vor ein paar Wochen kam mein Mann eines Tages von der Arbeit mit einem Wust an Informationsmaterial nach Hause. Die Ehefrau eines Arbeitskollegen, hätte diese Infos für mich zusammengestellt. Sie wäre begeistert von den darin beworbenen (Wunder-) Pillen. Und sie hätte damit selbst schon so manche Erfolge erzielt.

Ich habe diese Informationsmappe kurz überflogen und schnell erkannt, dass diese Pillen und ihre ach so tollen Werbeversprechen, nicht so ganz meiner Überzeugung entsprechen.
Ich konnte dort lesen, dass durch die Einnahme dieser hochdosierten Nahrungsergänzungspillen (was Anderes ist es nämlich nicht), die Kohlehydrate viel besser im Körper verarbeitet werden können. Und nicht nur das. Sie würden sogar für einen stabileren Blutzucker sorgen. Blutzuckerspitzen könnten sich auf ein Minimum reduzieren lassen. Selbstverständlich wäre alles wissenschaftlich gut fundiert. (Naja, wer’s glaubt.)

Ich weiß, dass diese sagen wir mal Werbeinformation, nicht böse gemeint war. Sie wollte uns damit nur helfen und versuchen unsere Leben mit dem Typ 1 Diabetes etwas einfacher zu machen. Doch leider ging bei mir diese gutgemeinte Geste eher nach hinten los.

(Wunder-) Pillen – Nein Danke!

Ich dachte mir nur: “Echt jetzt!?!” – Nahrungsergänzungsmittel zur Blutzuckerstabilisierung? Gut gemeint und dennoch ist diese Information in der Ablage P wie Papiertonne verschwunden.

Warum sie auf die Idee kam, mir diese Pillen näher zu bringen? Nun, ihre Nachbarin war auf einer sehr interessanten Informationsveranstaltung eingeladen. Sie hätte dann mit diesen Pillen unheimlich viele positive Effekte festgestellt und wollte nun, dass ihre Freunde, Bekannte und die Nachbarschaft ebenfalls von diesen tollen Produkten profitieren können. Bei so einer, sagen wir mal “Verkaufsveranstaltung” kam das Gespräch dann irgendwie auch auf Diabetes. Und selbstverständlich hat die Nachbarin auch hierfür die richtigen Nahrungsergänzungsmittel.

Und so kamen wir in den Genuss, dieser tollen Informationsmappe. Aber auch die noch so hochwertigste Infobroschüre kann mich nicht von diesen Pillen überzeugen. Für mich gibt es bei Diabetes Typ 1 nur ein Wundermittel – und das heißt Insulin. Und ich werde sicherlich nicht auf die “medizinischen Weisheiten” einer Hausfrau von Nebenan hören. Somit gilt für mich auch weiterhin die Devise: (Wunder-) Pillen, nein danke!

Sie meinen es ja alle nur gut – oder?

Wie schon gesagt, ich weiß das alles im Grunde nur gut gemeint war. Als Hilfe, unseren manchmal so schwierigen Diabetes Alltag, etwas leichter zu machen. Ich befürchte aber auch, dass dies nicht das letzte mal war, dass uns ein guter Bekannter mit diversen, ganz besonderen Informationen und Hilfsmittelchen helfen möchte. Und auch wenn wir getrost darauf verzichten können, sage ich mir immer: Sie meinen es ja nur gut.

Deshalb möchte ich jetzt die Gelegenheit nutzen und allen sagen: Bitte verschont uns mit all diesen tollen Wundermittelchen. Ihr helft uns am besten, wenn ihr euch wirklich einmal richtig mit der Krankheit Diabetes Typ 1 auseinander setzt. Dann kommt ihr nämlich erst gar nicht mehr auf die Idee uns solche Informationsmappen unter die Nase zu halten.

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy

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