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Wenn der Schlauch der Insulinpumpe plötzlich als störend empfunden wird

Unsere Tochter hat seit fast 4 Jahren ihre Insulinpumpe mit Schlauch oder Kabel, wie sie es gerne mal nennt. Damit hatte sie nie irgendwelche Probleme. Doch im Moment empfindet sie ihre Insulinpumpe und vor allen den Schlauch einfach nur störend. Was hin und wieder auch zu einem kleinen Weinausbruch führen kann. Und gerade jetzt in der Sommerzeit merken wir es sehr stark. Viele Situationen belasten sie einfach.

Störfaktor Schlauch …

Grade an warmen Tagen lässt es sich oft nicht vermeiden, dass irgendwo der Schlauch der Insulinpumpe unter dem T-Shirt herausblitzt. Was auch schon mal zu unschönen Hänseleien führen kann. Sprüche wie: “Leonie mit ihrem Feuerwehrschlauch” können da schon mal fallen. Und auch, wenn sie darauf nicht immer betrübt reagiert, nimmt sie sich solche Sprüche doch zu Herzen.

Und, warum auch immer, bleibt sie zurzeit vermehrt irgendwo mit ihrem Schlauch hängen. Sei es an der Tür, einem Schrank oder auch an den Büschen im Garten. Leider hat sie sich dabei schon den einen oder anderen Katheter herausgerissen. Bis jetzt ist das immer Zuhause oder in der Nachbarschaft passiert, so dass wir schnell einen neuen Katheter setzen konnten.

An- und Abkoppeln sowie störende Blicke

Gerade jetzt, wo es warm ist, springen die Kids gerne ins Schwimmbecken oder veranstalten spontan eine Wasserschlacht. Gleich mitmachen kann Leonie da leider nicht. Ihre Insulinpumpe ist nicht wasserdicht und muss daher für diese Aktivitäten immer abgemacht werden. Das geht bei uns aber nur, wenn der Blutzuckerwert in Ordnung ist. Bei etwas erhöhten Werten geht das leider nicht. Dann muss Leonie erst einmal warten, bis ihre Werte wieder im grünen Bereich sind. Für ein Kind ist dies manchmal schwer zu akzeptieren. Aber auch wenn es geht, muss sie immer wieder die Insulinpumpe ankoppeln um etwas Insulin abzugeben. Da das Basalinsulin sonst in ihrem Körper fehlt. Und bei uns kann sich das ganz schön negativ auswirken. Dieses ständige an- und abkoppeln des Katheters empfindet sie derzeit einfach nur störend.

Und dann ist da immer wieder der Wunsch, dass man die Insulinpumpe am besten gar nicht richtig zu sehen bekommt. Sie möchte sie verstecken. Ich hätte nicht gedacht, dass dies schon in ihrem Alter anfängt. Aber manchmal bekommt sei einfach seltsame Blicke zugeworfen, weil viele Menschen eine Insulinpumpe nicht kennen und einzuordnen wissen. Viele sind irritiert vom herausschauenden Schlauch. Sie nimmt diese Blicke sehr genau wahr und sie möchte das nicht. Es belastet sie oft regelrecht.

blog Kinder Diabetes typ 1 omnipod

Ihr Wunsch: Eine Insulinpumpe ohne Schlauch

Auch wenn sie derzeit so einige Punkte an der Insulinpumpe findet, die sie stören, nerven und belasten. So überwiegen die Vorteile einer Insulinpumpentherapie einfach diese Störfaktoren. Und wir möchten diese positiven Faktoren nicht missen.

Aber auch unsere Tochter möchte weiterhin eine Insulinpumpe. Doch der Wunsch nach einer Insulinpumpe ohne Schlauch wird bei ihr immer größer. Vor allem seit sie zwei Kinder kennengelernt hat, die beide den mylife Omnipod tragen und damit sehr zufrieden sind.

Für sie hätte der Omnipod zusätzlich genau die Vorteile, die sie bei der derzeitigen Insulinpumpe als störend empfindet:

  • Klein und unauffällig
  • Kein Schlauch
  • Wasserdicht, bleibt auch beim Schwimmen dran
  • Mit dem FreeStyle Libre gemessen Glukosewerte, könnten gleich in den Bolusrechner manuell eingetragen werden

Aber, da sie die Pumpe ja noch nie am Körper getragen hat, haben wir von ihrer Freundin einen Pod zum Probetragen geschenkt bekommen. Diesen werden wir nun in den nächsten Wochen einmal testen (natürlich ohne Insulin), damit sie erkennen kann, ob ihr dieses System auch zusagen würde.

Doch bis wir eine neue Insulinpumpe beantragen können wird leider noch so einige Zeit vergehen. Aber wir werden wohl den Omnipod in die engere Wahl nehmen.

Wie sieht das bei Euren Kindern aus? Welche Erfahrungen konntet ihr mit der schlauchlosen Insulinpumpe machen?
Ich würde mich sehr über Eure Kommentare mit Euren Erfahrungsberichten freuen.

 

 

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy

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4 Kommentare

  • Renata 08/07/2016 at 00:22

    Hallo meine Tochter ist jetzt 4 Alt am 19.08. 2016 wird 1 Jahr das sie Diabetes hat und von Anfang an hat sie die Insulinpumpe Omnipod wir sind sehr zufrieden damit.

    Liebe Grüße Renata

    Reply
    • Kathy 08/07/2016 at 08:20

      Hallo Renata,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Wir werden den Omnipod auf alle Fälle testen 🙂

      LG Kathy

      Reply
  • Stephi 07/07/2016 at 09:52

    Der Sohn meines Mannes ist T1-Diabetiker und hatte bis letzten Dezember für kanpp 2 Jahre den Omnipod. Am Anfang habe ich gedacht, dass einen dieser Kasten am Körper doch stören muß, aber das war überhaupt kein Problem. Die Steuerung funktioniert sehr intuitiv und ich war wirklich begeistert von dem System. Ende letzten Jahres sollte er dann plötzlich eine neue Pumpe bekommen, weil sich nach drei Tagen wohl Insulindepots gebildet haben und die Werte daher immer schlechter wurden (so wurde uns gesagt). Im Dezember gab es dann die neue Pumpe und dann war es plötzlich der Kleber des Pflasters, der ja gestört hat… Und ja, das Pflaster ist natürlich groß und muß auch den “Kasten” halten.
    Generell fand ich die Handhabung einfach, vor allem auch bei einem kleineren Kind, das noch nicht alles selbst kann und nachts, wo man nicht die Pumpe irgendwo im Bett suchen muß. Auch das Anbringen des Pods ist super einfach und man wird schön durch den Vorgang geleitet. Toll ist, dass man ihn zum Duschen, Baden, Schwimmen etc. nicht abnehmen muß, allerdings weicht dann irgendwann durch Wasser und im Sommer auch durch Schweiß das Pflaster auf und hält dann nicht mehr so gut, aber das kann man durch normales Pflaster oder Kinesiotapes verhindern. Probleme, dass z.B. der Schlauch rausgerutscht ist, hatten wir selten und wenn dann meist am dritten Tag, so dass der Pod einfach nur etwas eher gewechselt werden mußte.
    Ich finde, es ist ein tolles System und finde es schade, dass der Kleine jetzt ständig diese große Pumpe mit sich rumträgt, die auch gerne mal durch die Gegend fliegt und bereits nach zwei Wochen aussah, als hätte er sie schon zwei Jahre. Aber er muß damit klar kommen…
    LG Stephi

    Reply
    • Kathy 08/07/2016 at 08:22

      Hallo Stephi,

      vielen Dank für Deine Erfahrungen zum Omnipod. Für mich hören sich die “zusätzlichen” Vorteile dieser Insulinpumpe sehr gut an. Gerade Mädchen werden älter und in der Pubertät kann es da schon mal schwierig werden. Wir müssen noch etwas warten mit unserem Folgeantrag, aber wir werden diese Pumpe bestimmt in die engere Wahl nehmen.
      Vielen Dank nochmal.
      LG
      Kathy

      Reply

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