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Das war unsere Kinderreha in Gaißach

Kann man vorher die Zeit gar nicht erwarten bis die Reha beginnt, gehen die vier Wochen doch rasend schnell vorbei. Timo und ich waren in der Fachklinik Gaißach vier Wochen zur Kinder-Reha. Da dies nicht unsere erste Kinderreha bezügl. Diabetes war, wusste ich einigermaßen was uns erwartet.

Die Fachklinik Gaißach liegt idyllisch umgeben von Bergen in direkter Nähe zu Bad Tölz. In dieser Gegend kann man es 4 Wochen aushalten. So schön die Klinik auch liegt, meine Entscheidung mit dem Auto anzureisen erwies sich als richtige Wahl. So konnten wir in unserer freien Zeit viele Ausflüge ins nähere Umland unternehmen.

Am Anreisetag wurden wir herzlich in Empfang genommen von unseren Mitstreitern, den Pflegepersonal und der Kinderbetreuung, so dass wir uns sehr schnell wohl gefühlt haben.

In dieser Klinik sind im 4 Wochen Wechsel einmal Kind-Eltern Gruppen und einmal Kinder ohne Begleitung zur Reha. So waren wir auf unsere Station alles Verbündete mit derselben/ähnlichen Geschichte.  Wir Eltern hatten Schulung in Ernährungsberatung, über Diabetes allgemein und Detailfragen in der Therapie. Aber am wichtigsten fand ich die psychologischen Gesprächsrunden. Mein Hauptgrund zu einer Reha war ja, dass Timo in letzter Zeit immer häufiger Akzeptanzprobleme zeigt. Diese Seite fällt im Alltag und in der Behandlung unsere Kinder leider nicht ins Gewicht. Und ich finde, das auch wir Mütter und Väter die Möglichkeit haben sollten unsere Sorgen und Ängste zu besprechen und unter professioneller Anleitung in einen Austausch zu treten. In solchen Gesprächen zeigt sich zwar deutlich dass jeder anders mit dem Thema umgeht, aber dass alle nicht frei sind von Belastung, nervigen Vorurteilen und Ängsten. In gemeinsamen Lehrküchenterminen wurde sogar aus mir ein Bäcker und wir lernten neue Rezepte kennen.

Damit 4 Wochen ohne Schule nicht für spätere Probleme sorgen, wurden die Kinder schulisch betreut. Doch diese Zeit (45 Minuten) fand ich fast zu wenig und auch mein Sohn machte freiwillig noch Arbeitsblätter in seiner Freizeit. In dieser Maßnahme steht wirklich der Diabetes in Vordergrund nicht die Schule. Nach der Schule konnten die Kinder  in einer Betreuung unbeschwert spielen. Dort wurde nach Anweisung der Eltern der Blutzucker gemessen, an Essen erinnert und auch zu Terminen gebracht. Geschult wurden die Kinder über Diabetes, hohe und niedrige Werte, langsame und schnelle Kohlenhydrate und Ernährung allgemein. Sie durften auch kochen und backen, basteln und spielen.

In einen gemeinsamen Blutzuckermessraum war den Kindern schnell klar, dass sie hier alle dieselbe Krankheit teilen und dieser Raum entwickelte sich zur Anlaufstelle. So eine lange Zeit miteinander stärkt die Kinder ungemein. Auch wir Mütter genossen den Austausch unter einander. Egal ob in angeleiteten Gesprächsrunden oder in unserer freien Zeit, wir konnten immer offen über alles reden.

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© Blog – kinder-mit-typ1-diabetes

Das Personal, die Diabetesschwestern und Ärzte sind unheimlich nett und haben immer ein offenes Ohr für einen. Da muss ich ein großes Lob aussprechen. Auch über das Essen konnten wir uns nicht beschweren. Es wurde immer frisch und lecker gekocht. Für unsere Kinder gab es einen extra Wagen mit einer Waage und den Angaben zu BE/KE. Wir Mütter hatten bei der Essensauswahl auch ein Mitspracherecht, so dass es für jeden Geschmack was dabei war.

In der Freizeit unternahmen wir Ausflüge rund um Bad Tölz . Auf dem Tegernsee sind wir Boot gefahren und unser Hypohelfer Traubenzucker entpuppte sich als Retter vor der Seekrankheit. Wir besuchten das Gut Aiderbichl oder lagen an der Isar und genossen den traumhaften Blick und das schöne Wetter. Auch ein Biergartenbesuch sollte da nicht fehlen und so konnten wir uns wieder in schätzen von KE/BE´s üben.

In den 4 Wochen zeigte mir Timo deutlich wie selbstständig und verantwortungsbewusst er mit dem Diabetes zurechtkommt. Und es tut gut zu sehen dass wir im Umgang damit auf den richtigen Weg sind.

Zum Abschluss kann ich nur sagen dass wir 4 schöne Wochen gemeinsam verbringen konnten. In denen wir nette Leute kennenlernen durften und lieb gewonnen haben. Und Timo sagte schon auf dem Heimweg. “Ja Mama das machen wir mal wieder!”

Mehr Erfahrungsberichte zur Kinder-Reha mit Diabetes Typ 1, lest Ihr hier …

Mandy

Mandy

Bereits im Alter von 3 Jahren erkrankte unser Sohn an Diabetes Typ 1. Fast noch ein Kleinkind, hieß es von nun an Pieksen, Messen, Insulin abgeben. In meinen Beiträgen möchte ich zeigen, wie wir alle zusammen mit der Krankheit leben.
Mandy

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