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Messmuffel: Essen verweigern wegen Blutzuckermessen

In letzter Zeit kommt es bei uns immer wieder zu solchen Gesprächen:

“Mama kann ich was essen”
“JA. ”
“Muss ich messen?”
“JA!”
“Ah, dann will ich nix!”

Es ist so weit, bevor Timo misst, verzichtet er lieber auf das Essen oder den Snack zwischendurch. Ein Messmuffel ist er sowieso. Er handelt nach dem Motto: “weniger ist mehr”.

Aber eine bestimmte Anzahl von Blutzuckermessungen am Tag ist Pflicht:

Nr. 1. gleich nach dem Aufstehen/vor dem Frühstück.
Nr. 2. in der Schulpause
Nr. 3. Mittags nach der Schule/vor dem Mittagessen
Nr. 4. zum Abendessen und
Nr. 5 vor dem Schlafengehen.
Macht also zusammen 5 Pflicht- Messungen am Tag.

Dazu kommen dann noch Messungen vor sportlichen Aktivitäten.
Nur beim kleinen Hunger zwischendurch fehlt die Lust.
Ist er allein für sein Diabetesmanagement verantwortlich, macht er es ohne murren. Sind aber wir Eltern greifbar, müssen wir diesen Part übernehmen. Die Arbeit ansich nehme ich ihn dann natürlich gerne ab, da darf er faul sein.

Aber ohne Messen vor dem Essen geht es leider nicht. Das weiß er ganz genau. Ausnahme nur, wenn zur letzten Eingabe/Mahlzeit wenig Zeit vergangen ist.

Also verzichtet der junge Mann lieber aufs Essen. Doch wie ihn aus dieser Phase raus holen? Einfach machen lassen? Mein Versuch mit dem Blutzuckerbingo funktioniert leider auch nicht immer. Besondere Leckereien möchte ich nicht anbieten, um ihn zum Messen zu animieren. Ich habe mich für das Aussitzen entschieden, ich denke mir wenn der Hunger groß ist steigt die Bereitschaft zum Messen. Und dann hoffen wir das ist eine Phase  die geht wieder vorbei. Vorausgesetzt es bleibt bei diesen einmal am Tag und die anderen Mahlzeiten nicht zur Debatte stehen.

Mandy

Mandy

Bereits im Alter von 3 Jahren erkrankte unser Sohn an Diabetes Typ 1. Fast noch ein Kleinkind, hieß es von nun an Pieksen, Messen, Insulin abgeben. In meinen Beiträgen möchte ich zeigen, wie wir alle zusammen mit der Krankheit leben.
Mandy

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2 Kommentare

  • Jochen 20/03/2015 at 09:36

    Welchen Vorteil versprichst Du Dir vom zusätzlichen Messen? Mir fallen spontan nur zwei Punkte ein (dazu Beispiel Snack zwischen Mittag- und Abendessen):
    1. Kontrolle, ob Bolus für Mittagessen korrekt war und ggf. Korrektur
    2. Bei erhöhtem BZ vor Abendessen Nachvollziehbarkeit, ob dieser von “Fehler” beim Mittags- oder Snackbolus kommt.
    Wenn der Snack ausfällt, hast Du die Kontrolle von 1. auch nicht und 2. wäre für mich nur ein Argument bei neuen, unbekannten Snacks.
    Ergo aus meiner Sicht nach über 20 Jahren T1: Kleiner Snack ohne Messen kann die Motivation für das sonstige Diabetes Management deutlich verbessern und wir T1er müssen uns im Leben sowieso genug stechen.

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    • mandy 20/03/2015 at 09:49

      Deine Argumente sind richtig, nur bedenke das unsere Kinder ein nicht täglich gleiches Bewegungsprofil haben. Ist heute AKTION auf dem Spielplatz passt meine nachmittägliche Basalrate, sitzt er morgen nur im Sand weil Ameisen und Käfer eine Baustelle brauchen könnte er durchaus mehr an Insulin vertragen. Oder geht’s in ein Trampolin dann muss er essen ohne dies zu bolen. Du hast sicherlich nach 20 Jahren ein Recht gutes Körpergefühl das fehlt unseren Kindern leider noch oder sie hören nicht drauf weil man das Spiel unterbrechen muss. Ich bin durch aus offen für andere Wege, wenn er sich sicher ist das er Unterzuckerungen bemerkt , seine Werte gut einschätzen kann darf er auch ohne Messen und Hypohelfern in der Tasche den Nachmittag mit Freunden verbringen, Aber Essen ist nunmal mit Messen verbunden und es kommen noch viele Jahre auf uns zu und da möchte ich ihn schon ein gewissen Stand/Umgang damit mitgeben.

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