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Hohe Blutzuckerwerte und nächtliches Einnässen

Gastbeitrag von Melanie F. mit Sohn Benjamin 6 Jahre (Diabetes seit Dez. 2011)

Unser Sohn Benjamin ist jetzt 6 Jahre alt und kommt dieses Jahr in die Schule. Mit dem Diabetes haben wir uns mal mehr und mal weniger gut arrangiert. Wir sind ja auch schon einige Jahre dabei.

Doch es gibt da ein Problem, das uns sehr großes Kopfzerbrechen bereitet. Benjamin braucht mit seinen 6 Jahren jede Nacht noch eine Windel. Aber bei hohen Blutzuckerwerten (ab 280 mg/dl) ist bei uns nächtliches Einnässen garantiert. Es geht soweit, das wir im Schlaf seine Windel wechseln müssen, damit nichts ins Bett geht. Merken wir es zu spät, heißt das erstmal das Bettzeug neu herrichten. An Schlaf ist dann erstmal nicht mehr zu denken.

Tagsüber haben wir überhaupt keine Probleme. Nur nachts und nur bei hohen Blutzuckerwerten. Mich bringt das wirklich zum Verzweifeln. Ich habe schon so viel ausprobiert. Er bekommt weniger zu trinken am Abend, wir schicken ihn bevor er ins Bett geht mehrmals zur Toilette, weckten ihn in der Nacht um ihn auf Toilette zu setzten, probierten es mit Schlupfwindeln und Wecker. Leider hilft nichts davon wirklich. Und das reibt uns auf.

Unser Kinderarzt und unser Diabetologe konnten uns leider auch nicht weiterhelfen. Alle Tests verliefen bisher ergebnislos. Ich weiß auch nicht mit wem ich noch darüber sprechen kann. In meinem Freundeskreis stoße ich immer nur auf ungläubiges Kopfschütteln. Leider ist das Thema für viele ein Tabu und ich fühle mich dann immer als Versagerin. Schließlich kommt Benjamin bald in die Schule und wir sollen das Problem in den Griff bekommen. Auch meine Schwiegermutter liegt mir damit ständig in den Ohren. Was ist wenn er mal bei Freunden übernachten möchte oder wenn er mal mit der Schule Klassenfahrt geht? Ich weiß ja selbst dass es so nicht für immer weiter gehen kann.

Das bringt mich oft an meine Grenzen. Warum bekommen wir es nicht hin?
Im Moment gönn ich ihm und uns eine Pause, das Thema ruht, vielleicht hilft das und er braucht einfach nur Zeit. Trotzdem nagt dieses Problem an uns, lässt mir keine Ruhe. Ich wünsche mir es und für ihn das einfach irgendwann mal klick macht und sich das Problem in Luft auslöst.

[ Wir bedanken uns recht herzlich bei Melanie, das sie so offen über dieses Tabu-Thema geschrieben hat. ]

Melanie hat nach einiger Zeit eine Lösung für das Problem gefunden. Eine sogenannte Klingelhose. Wie es funktioniert hat, könnt Ihr hier weiter nachlesen …

 

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11 Kommentare

  • Annelies Schneider 23/03/2015 at 18:01

    Es ist immer bedrückend und schwer, wenn Kinder an einer unheilbaren Krankheit leiden.
    Auch Diabetes Typ I ist nur mit Insulingaben (als Spritze oder mit Pumpe) in den Griff zu bekommen.
    Allerdings muss ich sagen: heute ist es viel einfacher die Krankheit in den Griff zu bekommen. Vor über 50 Jahren erkrankte unser Kind an Diabetes Typ I. Und sie war damals erst 8 Monate alt! Es war ein Schock! Über 8 Monate musste sie im Krankenhaus bleiben, bis man sie entlassen konnte. Die Worte des Arztes: „Ich wünsche Ihnen viel Glück bei Ihrem Abenteuer.“- Das vergaß ich nie!
    Blutzucker messen gab es nur im Krankenhaus, wo ich alle vier Wochen zur Kontrolle musste. Viele Jahre nur Rätselraten: ist sie nun zu hoch oder zu niedrig?
    Später konnten wir dann Urinzucker bestimmen, durch Auskochen desselben. Aber das gab uns nur ungefähre Werte vom Vortag. Mit 12 Jahren erkrankte auch die Jüngste, es war keine leichte Zeit!
    Jetzt ist mein >KindSÜSSEN< Kindern rate ich: Immer konsequent die Zuckerwerte zu prüfen und nicht „über die Strenge hauen“. Mir wurde damals gesagt: ein Diabetiker ist bedingt gesund!
    Es gibt ja wirklich schlimmere Krankheiten.

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    • Kathy 23/03/2015 at 18:12

      Liebe Annelies,
      ja, wir haben es mittlerweile doch schon sehr gut, was die medizinische Versorgung unserer Kinder angeht. Unsere Kinder tragen alle eine Insulinpumpe und wir können die Blutzucker regelmäßig kontrollieren. Strenge Regeln beim Essen müssen wir auch nicht beachten. Ich ziehe vor Ihnen und Ihrer Familie den Hut.
      Ich finde Ihre Geschichte unheimlich spannend. Vielleicht haben Sie ja mal Lust, das alles in einem Gastbericht bei uns zu veröffentlichen. Ich denke, wir alle können daraus lernen.
      Vielen Dank.
      Mit freundlichen Grüßen
      Kathy Dalinger

      Reply
  • M 13/03/2015 at 20:07

    Hallo Melanie,
    Bei meinem Sohn kam gestern das Wort “diabetes” zum ersten Mal in einem Arztschreiben vor. Auf der Suche nach näheren Infos bin ich hier gelandet. Ich bin bzgl. der Diabetes noch komplett erschlagen und verunsichert.
    Aber ich wollt ja was zu deinem Problem schreiben.
    Unser Sohn wird jetzt 17 J. Und nässt immer noch jede Nacht ein. Das hört sich jetzt aber viel schlimmer an als dies für uns mittlerweile ist. Wir benützen Windeln die grösstenteils von der Krankenkasse übernommen werden. Die Aufzahlung müssen wir machen, da wir uns für eine saugfähigere Version entschieden haben. Somit muss aber nicht jeden Tag der Überzug gewechselt werden. Bei Partys mit Übernachtung bleibt er auf oder kommt nach hause. Schullandheim usw. Konnten wir mit wenigen ” Eingeweihten” ohne Probleme oder Auffallen bewerkstelligen.
    Also: bleib ruhig, macht euch keinen Stress und keine Vorwürfe es würde nichts ändern.
    Ich hoffe und drücke Euch trotzdem die Daumen, dass es bei Euch früher aufhört.

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  • Melanie F. 21/01/2015 at 16:45

    Ich bin überwältigt von den vielen Kommentaren und Eurer Unterstützung. Ihr habt mir gezeigt, dass wir wirklich mit diesem Problem nicht alleine sind. Und das wir er ruhig angehen lassen sollen. Das werden wir nun tun. Mir geht es auch schon viel viel besser, weil ich nun weiß ich bin mit diem Umstand nicht alleine.
    VIelen Dank für Eure liebe Unterstützung. Eure Melanie

    Reply
  • Enny 19/01/2015 at 21:10

    Bei der U9 ist etwa 1 von 10 Kindern nachts noch nicht trocken….und die haben keinen Diabetes, also setzt euch nicht unter Druck und gebt ihm de Zeit. Oft passiert es dann vom einen auf den anderen Tag und plötzlich wacht das Kind nachts auf und geht zur Toilette. Da das ganze aber ein TabuThema ist, erzählt das natürlich niemand – erst beim Kinderzarzt kommt das dann zur Sprache (bin seit 14 Jahren in einer Kinderarztpraxis) Also Kopf hoch und macht euch keinen Stress 🙂

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  • Markus 19/01/2015 at 18:31

    Vielleicht probierst du so einen Bettnässer-Alarm: http://www.enustar.com
    Wenn er aufwacht und zur Toilette geht, kehrt vielleicht Ruhe ein.

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  • Janine 19/01/2015 at 14:50

    Bei uns ist es umgedreht. Mein Sohn (5,5) ist seit 3 Wochen nachts endlich trocken (außer bei sehr hohem Bz, da geht es manchmal in die Hose) aber tagsüber dafür noch gar nicht. Wir wissen nicht wie wir das in den Griff bekommen sollen. Ich habe das Gefühl das er es gar nicht merkt wenn es “läuft”

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  • Alexandra 19/01/2015 at 13:31

    Liebe Melanie, unser Sohn ist 12 Jahre alt und hat seit knapp 2 DM. Das Problem mit dem nächtlichen Einnässen kenne ich zu gut. Das kommt bei einem hohen Bz immer noch vor. Er macht es ja nicht mit Absicht, ändern kann man da nicht viel. Ich messe noch nach wie vor wenn ich ins Bett gehe und korregiere dann runter.

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  • Kathrin 19/01/2015 at 11:50

    am besten ist du belässt es einfach so. das ganze draufrumreiten macht ihn sicher noch unsicherer und er fühlt sich schlecht usw…ich machte mir auch immer gedanke drüber uswund dann dacht ich mir “ach schei… drauf und wir lassen es einfach mal”….dann nach 2-ewoche machte sie nicht mehr in die windsl (meine machte auch bei normalen werten in die windel) und seit mehr als einem.jahr windelfrei….wird im febr 8jahre….sie nässt nun auch bei hohen werten nicht ein….du kannst ihn ermutigen und mal ohne windel probieren…wenns scbief geht ja und und senns klappt lob ihn sehr, das stärkt sein selbstvertrauen und dann wirds von allein besser….also vergiss die windelsache….er hag eine na und, wenns wen stört, dann is es sein problem und nicht deins 😀

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  • Heike 19/01/2015 at 11:36

    Liebe Melanie,
    Du musst da gar nichts hinbekommen! Laß Dich nicht von außen unter Druck setzen und versuch es gelassener zu sehen. Es sind mehr Kinder als man denkt, die eben nicht mit 3 Jahren tags und nachts trocken sind. Mit 6 Jahren hat er dazu noch Zeit, schließlich habt ihr nur nachts das Problem. Das zeigt doch, daß eigentlich alles in Ordnung ist.
    Nachts ist sein Körper einfach noch nicht reif genug, er hat ja schließlich auch noch immer wieder mit hohen Zuckerspiegeln zu kämpfen.
    Für Klassenfahrt und Übernachtungsbesuche wird sich zu gegebener Zeit eine Lösung finden lassen, warum sich vorher schon verrückt machen lassen?
    Ich denke ich weiß wie es Dir damit geht, denn auch unsere Tochter war erst mit 9 nachts trocken und auch da gab es noch Unfälle bei hohen nächtlichen Werten. Erst jetzt mit über 10 gab es schon lange keinen Unfall mehr und sie wacht auf, wenn sie auf Toilette muß.
    Wir hatten auch mal Tabletten verschrieben bekommen, die die nächtliche Harnproduktion verringern sollten. Das habe ich nach ganz kurzer Zeit wieder abgesetzt. Wenn der Körper nachts bei hohen Werten mehr Harn produziert um den Zucker loszuwerden erschien es mir unlogisch vielleicht sogar riskant, das mit Tabletten einschränken zu wollen.
    Laß ihm noch Zeit und sei zuversichtlich!
    Es WIRD irgendwann klick machen umd das Problem sich in Luft auflösen!
    Liebe Grüße
    Heike

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  • Rahel 19/01/2015 at 08:47

    liebe Melanie
    manche Kinder brauchen länger, um nachts trocken zu werden. Ich kenne mehrere Familien, deren Kinder mit 6 nachts noch nicht vollständig trocken waren.
    Wenn dein Sohn nachts nichts spürt ist, kann er nichts dafür oder dagegen machen. Das ist ein individueller Reifeprozess, den man nicht von aussen steuern kann.
    (Wahrscheinlich bleibt er nur trocken, so lang die Harnmenge ein gewisses Mass nicht übersteigt, das “Problem” sehe ich darin, dass er die volle Blase nicht spürt. Bei hohem BZ wird aber ungewöhnlich viel Urin produziert….).
    Lass dich doch bitte nicht unter Druck setzen wegen der Meinung von fremden Leuten.
    Dein Sohn wird das irgendwann spüren, da bin ich überzeugt.
    Es gibt mehr Kinder, als du denkst, die nachts noch “Unfälle” haben, auch ältere Kinder….
    liebe Grüsse
    Rahel

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