kinder diabetes typ 1 zuckeraustauschstoffe

Hauptsache süß??? Süßstoffe, Zucker & Co.

Hier scheiden sich die Geister. Die einen sagen: “Ich backe mit Zucker und berechne es” die anderen sagen “Ich möchte lieber auf Zucker verzichten und Zuckeraustauschstoffe  oder Süßstoff benutzen”.

Was ist der Unterschied zwischen Süßstoff und Zuckeraustauschstoff?

Süßstoffe (z.B. Acesulfam, Aspartam, Cyclamat, Saccarin) beeinflussen den Blutzuckerspiegel gar nicht und ist nicht anrechenbar! Zuckeraustauschstoffe (z.B. Sorbit, Mannix, Isomalt, Xylit, Maltit, Laktit) beeinflussen den Blutzuckerspiegel nur wenig!

Die Süßkraft von Süßstoff ist wesentlich höher als die von normalen Zucker und auch von Zuckeraustauschstoffen. Es werden nur winzige Mengen benötigt. Man kann Süßspeisen gut damit süßen – aber zum Backen ist Süßstoff nicht geeignet. Süßstoffe kommen hauptsächlich in Light- und Zero-Getränken vor.

Zuckeraustauschstoffe können abführend wirken, weil sie vom Dünndarm nicht vollständig aufgenommen werden und so im Dickdarm Wasser binden und so zu Blähungen und Durchfall führen können. Zuckeraustauschstoffe gibt es in Pulverform und eigenen sich gut zum Backen. Zuckerausttauschstoffe kommen häufig in “Diätprodukten” vor.

Auch bei Stevia gibt es unterschiedliche Meinungen. Stevia ist ca. 300-mal süßer als Zucker – hat aber keine Kalorien und muss nicht angerechnet werden. Stevia ist eine Pflanze aus Paraguay. Über ihre Verwendung als Zuckerersatz wissen die Menschen  vieler Länder schon seit vielen Jahren Bescheid. In Japan wird es z.b. schon seit über 25 Jahren als Zuckerersatz in Getränken benutzt. Auch in Südamerika werden die Blätter der Pflanze zum Süßen von Tee verwendet. Seit Dezember 2011 ist Stevia auch in Deutschland als Nahrungsmittel bzw. Lebensmittelzusatz zugelassen.

Stevia hat einen starken Eigengeschmack – leicht nach Lakritze. Ich selbst habe eine Stevia-Pflanze und benutze die Blätter für Tee – in Tropfenform oder als Tabletten für Kaffee kann ich es überhaupt nicht benutzen – vorallem Stevia und Kaffee ist für mich persönlich nicht zu ertragen.

Zum Backen habe ich für mich Xucker (Xylit) entdeckt. Es ist vom Volumen her genau anzuwenden wie Zucker und hat keinen Eigengeschmack. Es wird insulinunabhängig verstoffwechselt und muss somit nicht mit berechnet werden.

Natürlich kann ein Diabetes krankes Kind Kuchen mit Zucker essen – und man berechnet es dementsprechend. Wenn ich aber selbst backe – gerade auch z.B. Weihnachtskekse und ich verwende Xucker – haben meine Weihnachtskekse durchschnittlich 0,5 KE weniger pro Stück – vielleicht hört sich das nicht viel an – aber es ist bei uns so, dass gerade bei Kuchen und Co. die sehr viel KE haben die Insulinmenge entsprechend hoch ist – bedeutet natürlich auch, dass sich die Insulinwirksamkeit dadurch auch verlängert – wir haben leider die Erfahrung gemacht, dass die KE des Kuchens schon lange wieder aus dem Körper waren das gespritzte Insulin dagegen noch gewirkt hat – Ende vom Lied – Hypo. Wenn ich also selbst backe, dann nehme ich gerne Xucker – ich rühre auch gerne einmal Quark an mit Xucker, etwas Vanille rein, Zitronensaft und ich habe einen Nachtisch der nicht angerechnet werden muss.

Klar kann man auch ICE-Tea für den Sommer selbst machen – man kann ja fast alles selbst machen. Aber ich gebe gerne zu, dass ich auch zuckerfreie Getränke kaufe – sei es in Form von Pulver (wie z.B. Bolero) oder auch schon fertig gemischt. Auch Cola-Zero oder Fanta-Light, Zitronen-Limo-Light – auch das darf mein Kind trinken. Nicht den ganzen Tag und nicht jeden Tag – aber ab und zu. Ich persönlich finde es toll, dass es mittlerweile so viele verschiedene Light-Getränke gibt. Natürlich ist Mineralwasser und Tee gesünder – und ich bin froh, dass Phil das auch mag und gerne trinkt – aber welches Kind mag nicht mal gerne ein Glas Fanta, Cola oder Spezi?

Wenn ihr euch einmal ausrechnen wollt, wie viele Würfelzucker in einem Produkt enthalten sind – könnt ihr das mit dieser Rechnung rausfinden:

grKH x Gewicht : 100 : 3 = Anzahl der Würfelzucker

Nach 3 Produkten mochte ich nicht mehr weiter ausprobieren. Wir schauen in der Regel nach – wieviel KE hat das Produkt – wir rechnen nicht nach wie viel Zucker ist wirklich darin enthalten – also ich tue das nicht!

Gast Autor

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