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Diabetes-Jahrestag, ein Tag, den man nicht vergisst

Mitte November jährt sich der für uns, wie ich ihn nenne,”schwarze Tag” bereits zum dritten Mal. Und wie die letzten beiden Jahre wird an diesem Tag wieder alles zwangsläufig (ob man will oder nicht) sich im Kopf abspielen. Die Fahrt zum Kinderarzt, die Diagnose dort, die Fahrt ins Krankenhaus. Man durchlebt diesen Tag noch einmal. Ich kann mich an jede einzelne Stunde erinnern. Der erste Jahrestag war schrecklich. Man ist im ersten Jahr noch so unsicher, hat Angst etwas falsch zu machen. Es drehte sich ALLES nur um den Diabetes. Das ganze Leben wurde auf den Kopf gestellt. Wie wird es auch im Kindergarten klappen? Ich saß nur auf “heißen Kohlen”. Noch nicht einmal den Staubsauger habe ich mich getraut anzumachen, um bloß keinen eventuellen Anruf zu verpassen. Im ersten Jahr habe ich eine Mutter-Kind-Kur gemacht, die mir sehr guttat. Da konnte ich einfach einmal loslassen, abschalten. Im zweiten Jahr wurde es besser. Ich wurde sicherer im Umgang mit dem Diabetes-Management und nicht mehr so voller Sorge. Max ging dann auch schon zu seinen Freunden ohne mich. Zum Glück unterstützen uns da alle Eltern, wo Max zu Besuch ist. Da kann ich mich darauf verlassen, dass Max in guten Händen ist. Das ist sehr beruhigend! Max hat auch gelernt seine Pumpe selbst zu bedienen, die BE’s einzugeben oder einen hohen Wert zu korrigieren. Dazu beigetragen hat eine Reha, die wir im zweitem Jahr auf Sylt gemacht haben. Das tat uns beiden gut. Für mich der Austausch mit anderen Eltern und für Max ,zu sehen, er ist nicht alleine mit der Krankheit .Jetzt sind wir im dritten Jahr und es gab eine weitere “Hürde”zu meistern. Die Einschulung! Wieder der Gedanke, ob alles gut laufen wird. Mittlerweile sind 3 Monate vergangen und es klappt so einigermaßen. Oft spielen die Werte noch “verrückt”, wo auch die Lehrerinnen noch unsicher sind und ich zur Schule fahren muss. Dennoch sind alle dort sehr engagiert und bemüht! Natürlich mache ich mir immer noch Sorgen, Gedanken. Aber es wird einfach besser von Jahr zu Jahr! Trotzdem wird es kein “schöner” Tag und ein paar Tränen werden bestimmt auch fließen…

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2 Kommentare

  • Claudia 21/11/2014 at 10:52

    Weißt du, wir haben das erste Jahr noch nicht einmal um… aber als schwarzen Tag würde ich ihn nicht bezeichnen. Denn es ist der Tag, an dem mir mein Kind noch einmal geschenkt wurde. Ohne die Medizin, wäre es ihr immer schlechter gegangen, noch schlechter als die Wochen zuvor. Es ist der Tag der Diagnose, aber nicht der Tag an dem alles begann. An dem Tag begann nur das neue Leben, mit mehr Gewicht auf den Rippen, mehr Kraft und Spaß am Spiel. Die Schatten unter den Augen verblassten und auch wenn es Tage gibt, an denen ich nun mit mächtigen Schatten rumlaufe, so bin ich doch dankbar für unseren Tag der Diagnose.

    Liebe Grüße aus dem Norden
    Claudia

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  • GOOD WORD FOR BAD WORLD 21/11/2014 at 10:19

    Sehr berührend. Alles Gute der gesamten Familie!

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