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Tag X – Der Tag an dem der Diabetes kam

dbw

Der Tag der Diagnose unserer Kinder.
Jeder erlebt diesen Tag anders, aber allen Eltern
wird dieser Tag in ständiger Erinnerung bleiben.
Wie haben wir diesen entscheidenden Tag erlebt?

 

Kathy:

Unser Tag X im November 2012. Diesen Tag werde ich wohl nie vergessen.
Schon die Tage davor bahnte sich etwas an, irgendwie hatte ich das so im Gespür. Irgendetwas ging vor sich. Unsere Tochter hat sich verändert. Hat stark abgenommen und von Tag zu Tag mehr getrunken. Ihr Durst war kaum noch still bar, selbst in der Nacht.
Am Tag X habe ich sie schon mit einem mulmigen Gefühl in den Kindergarten gebracht. Auf den Weg in die Arbeit habe ich mir schon Vorwürfe gemacht, dass ich nicht gleich mit ihr zu unserer Kinderärztin gefahren bin. In der Arbeit angekommen, habe ich dann sofort für den Nachmittag einen Termin bei unserer Ärztin ausgemacht. Doch kaum hatte ich den Hörer aufgelegt, ruft doch ihre Erzieherin bei mir an. Leonie geht es nicht gut, sie hat starke Bauchschmerzen. Also bin ich umgehend wieder nach Hause gefahren, hab meine Tochter aus dem Kindergarten geholt und wir sind gleich weiter in die Arztpraxis.
Wir sind gleich drangekommen. Als ich unserer Ärztin die uns aufgefallenen Symptome (Starker Durst, Starker Harndrang, Bauchschmerzen, Gewichtsabnahme) geschildert habe, tippe sie gleich auf Diabetes. Sie veranlasste gleich einen Urin- und Bluttest. Ergebnis BZ: 480 mg/dl. Sofortige Überweisung in die Diabetes Ambulanz unserer Kinderklinik. Von diesem Zeitpunkt an weiß ich gar nicht mehr was alle in meinem Kopf vor sich ging. Ich habe nur noch wie ferngesteuert agiert. Habe meine Tochter in die Kinderklinik gebracht, habe mit ihr dort alle möglichen Tests (unter sehr viel Weinen) überstanden und hatten nach kurzer Zeit die endgültige, unumstößliche Diagnose: Diabetes mellitus Typ 1. Da saßen wir nun (mittlerweile war auch mein Mann in der Klinik eingetroffen) und konnten erst mal gar nicht so viel damit anfangen. Diabetes? Bekommen das nicht nur alte oder zu dicke Menschen? Kann man das mit Tabletten behandeln oder sonst wie wieder los werden? Fragen über Fragen stürzten auf uns ein.
Doch wir hatten gar nicht so viel Zeit wirklich über die Diagnose nachzudenken. Denn schon kurz darauf saßen wir einer ganzen Ärzte und Diabetesschwestern-Schar gegenüber. Wir erfuhren im Schnelldurchlauf, was Diabetes Typ 1 bedeutet, dass unsere Tochter jetzt zum “überleben” Insulin benötigt und das wir uns für einen Insulinpen oder eine Insulinpumpe entscheiden müssen. Wir haben uns dann für eine Insulinpumpe entschieden (die Beste Entscheidung, die wir nicht bereuen). Jetzt begann der Kampf mit unserer Tochter um jeden neuen Katheter um jeden Fingerpieks. Mit diesem Zeitpunkt begann ein langer harter Weg für uns. Wir mussten lernen wie man KE und Insulinmengen berechnet, wie man in den verschiedenen Situationen (Unterzuckerung, Überzuckerung, Sport, etc. etc.) handelt und vieles vieles mehr. Tränen konnte ich zu dieser Zeit keine vergießen, dazu hatte ich keine Zeit


Silke:

Mittlerweile jährt sich unser “Tag x” im November bereits zum dritten Mal. Nein, diesen Tag vergisst man nicht! Alles läuft wie ein Film im Kopf ab. Dieser Tag, der unser Leben auf den Kopf stellte. Der unser ganzes Leben von einem auf den anderen Tag verändert hat.
Bereits einige Wochen vorher war Max oft müde, ist sogar auf sehr kurzen Strecken im Auto eingeschlafen. Aber trotzdem doch noch ganz gut drauf Er hat nach wie vor getobt und hatte keine körperlichen Symptome. Er hat auch nicht auffallend abgenommen. Dann fing er plötzlich an literweise zu trinken. Da wusste ich, irgendetwas stimmt da nicht und wir sind am nächsten Morgen direkt zum Kinderarzt gefahren. Nachdem ich ihm die “Symtome”beschrieben hatte tippte er gleich auf Diabetes. Nach einem Test sagte er auch gleich,dass die Zuckerwerte stark erhöht seien und wir umgehend ins Krankenhaus fahren sollen. Ich war wie vor den Kopf gestoßen; konnte es nicht glauben! Diabetes?! Mein 3 jähriger Junge? Ich kannte mich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mit Diabetes Typ 1 aus. Kannte eigentlich nur den sogenannten “Altersdiabetes”. Bei einem späteren Arztbesuch sagte der Kinderarzt zu ihm, dass ich ja sehr gefasst war. Nein,ich war nicht gefasst, ich befand mich wahrscheinlich in “Schockstarre”. Im Krankenhaus bekamen wir dann die endgültige Bestätigung. Es prasselte so viel auf mich ein. Unter anderem”Ihr Sohn wird eine Insulinpumpe bekommen, Sie müssen den Blutzucker regelmäßig messen, er darf trotzdem alles essen”, und und und. Einen klaren Gedanken konnte ich gar nicht mehr fassen. Es war soviel auf einmal .Und Max hat alles so wahnsinnig tapfer über sich ergehen lassen! Er bekam dann direkt eine Infusion und sollte dann am nächsten Montag (es war an einem Freitag) seine Pumpe bekommen.
Ich war so geschockt und traurig und habe nie so viel geweint wie zu diesem Zeitpunkt. Und immer wieder die Frage nach dem “WARUM Max”???

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy

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