schulung kassenkameraden grundschule kind diabetes

Einschulung! Eine “kleine” Diabetes-Schulung” für die I-Dötzchen aus Max Klasse

Nachdem wir schon vor den Sommerferien Max zukünftigen Lehrerinnen eine Diabetes-Schulung geben durften und das Wichtigste erklärten, bat mich die Klassenlehrerin auch eine kleine Schulung für Max zukünftige Klassenkameraden vorzubereiten, die ich dann zum Schulstart “vortragen” soll, um den Kleinen Max Krankheit “zu erklären”.

Was ist Diabetes? Warum hat Max eine Insulinpumpe? Warum muss Max sich in den Finger piksen? Warum darf/muss Max zu jeder Zeit essen dürfen auch im Unterricht? Diese Fragen werden bestimmt kommen.
Ich mir aus verschiedenen Büchern Ideen geholt, wie ich seinen Klassenkameraden alles kindgerecht erklären kann:

Max hat Diabetes, viele sagen dazu auch “zuckerkrank”. Das hat aber nichts damit zu tun, dass er zu viel Süßigkeiten gegessen hat und deshalb krank wurde. Max Körper fehlt Insulin. Ich versuche das einmal an einem Beispiel mit einem Auto zu erklären. Ein Auto kann nur fahren, wenn man Benzin in den Tank schüttet. So ähnlich müsst ihr euch das im Körper vorstellen. Eure Muskeln und Organe können nur arbeiten, wenn das Blut ihnen immer Zuckerstoffe liefert, dieser Zucker ist sozusagen das Benzin für die Muskeln. Und was macht das Insulin? Bevor man das Benzin in den Tank füllen kann, muss man den Tankdeckel aufschließen, und wenn jetzt der Schlüssel zu dem Deckel fehlt, kann das Benzin nicht in das Auto fließen. So ähnlich ist das jetzt in Max Körper. Das Insulin ist wie der Schlüssel zum Tankdeckel und das fehlt Max. In Max Blut ist zwar sehr viel Zucker, aber weil das Insulin als Schlüssel fehlt, können die Zuckerstoffe nicht in die Muskeln hinein. Deshalb bekommt Max das Insulin durch seine Insulinpumpe. (Diese kann an dieser Stelle den Kindern gezeigt werden. )

Essen ist ganz wichtig, denn das gibt Kraft. Bei gesunden Kindern kommt fast alles, was sie essen direkt in ihr Blut. Natürlich haben sie keine Schokolade oder Pizza dann im Blut:-) Das “gute” vom Essen wird verwandelt in eine besondere Art von Zucker. Der Zucker braucht noch ein ganz bestimmtes Zaubermittel, das ihm die Türen zu den Körperzellen aufschließt. Das Insulin. Bei gesunden Kindern ist es so, dass sie davon immer genügend zur Verfügung haben. Bei Diabetikern ist das nicht so. Max Insulinpumpe kann das nachahmen. Zu den Mahlzeiten benötigt er mehr davon. Dann wird durch einen Knopfdruck an der Pumpe oder der dazugehörigen Fernbedienung Insulin abgegeben. (An dieser Stelle kann dann z. B. das Messgerät/die Fernbedienung zur Pumpe gezeigt werden.)

Es kann aber auch sein, dass der Blutzucker ganz niedrig ist, wenn Max z. B. sein Essen nicht auf isst oder auch, wenn er sich ganz viel bewegt. Auf dem Schulhof beim Toben oder Fußballspielen. Das nennt man dann eine Unterzuckerung. Max wird dann ganz ruhig und still und sagt, dass er müde ist. Dann muss sich Max mit seinem Blutzuckermessgerät in den Finger piksen. Das Gerät zeigt dann an, wie der Blutzuckerwert ist. Max muss in dem Fall dann etwas essen. Traubenzucker muss er immer bei sich tragen.

Max kann das alleine, kann aber noch nicht alle Zahlen richtig einschätzen. Dafür braucht er noch etwas Unterstützung und Hilfe von den Lehrerinnen. Alle Lehreinnen wissen auch was zu tun ist, wenn Max unterzuckert. Auch ihr könnt Max helfen, wenn er sich vielleicht einmal auf dem Schulhof nicht gut fühlt. Dann sagt bitte der Pausenaufsicht Bescheid. (Die Kinder im Kindergarten fanden es toll, dass sie mit einbezogen waren und haben immer mit auf Max geachtet. Ich denke, dass dies in der Schule nicht anders sein wird. Dass sie auch “wichtig” sind für Max und ihnen hiermit sogar eine “kleine Verantwortung” übertragen wird.

Max hat in der Klasse und in der Turnhalle eine Box für den Fall stehen, dass es ihm nicht gut geht. An diese Boxen dürfen jedoch nur Max und die Lehrerinnen. Dort bewahrt Max seine Sachen auf, die er dringend benötigt.

Gast Autor

Gast Autor

Diabetes Typ 1 betrifft so viele verschiedene Bereiche im Familienleben. Und jede Familie erlebt die Krankheit des Kindes auf ganz individuelle Weise.
Unsere Gastautoren schreiben aus Ihrem Leben mit der Diabetes Typ 1 Erkrankung ihrer Kinder. Wir freuen uns, über jeden ganz besonderen Gastbeitrag.

Schreibt doch einfach mit!
Gast Autor

Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren:

3 Kommentare

  • Birgit Richter 25/05/2015 at 21:44

    Hallo,
    ich gestatte mir hier mal eine kleine Anmerkung….
    Die kindgerechte Erklärung u.a. mit dem Auto und Insulin kommt mir bekannt vor …
    Ähnlich zu finden in dem Buch “Ein Schlüssel für Tim – Mama, was ist zuckerkrank-” (erschienen 2004 in Verlag fern-edition).
    Mit freundlichen Grüßen
    Birgit Richter
    Autorin

    Reply
    • silkeregner 26/05/2015 at 10:42

      Liebe Frau Richter,danke für Ihre Anmerkung.Die Erklärung ist ein häufig und oft genutzter Vergleich,der in Schulungen,diversen Internetseiten,sowie in der Rehaklinik Bad Kösen gerne als Erklärung verwendet wird.Uns wurde es damals bei Manifestation bereits im Krankenhaus u.a.mit der Broschüre von accu chek so erklärt.Diese kindgerechte Erklärung ist weitläufig verbreitet.In unserer Linkleiste verweisen wir ebenfalls auf Ihr Buch.Es grüßt sie herzlich,Silke,Mama von Max

      Reply
      • Birgit Richter 27/05/2015 at 23:39

        Danke für Ihre nette Antwort. 🙂
        Möglich, dass das woanders noch so erklärt wird, was aber trotzdem dann auch nicht Ihre eigene kindgerechte Erklärung ist, so wie es hier steht ;-).
        “Der Tim” war allerdings viele Jahre das einzige Buch für jüngere Kinder und wurde an alle möglichen Einrichtungen, Schulungszentren etc. verkauft, wo es zur Schulung eingesetzt und Eltern empfohlen wurde. Leider finde ich den Link hier nicht, der auf das Buch hinweist…
        Aber es gibt ohnehin nur noch eine begrenzte Anzahl von dem Buch…
        Alles Gute für Sie und Max!

        MfG
        B.Richter
        http://www.biri-buecher.de

        Reply

Hinterlasse einen Kommentar