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Die erste Flugreise “mit Diabetes im Handgepäck”!

Direkt zu Ferienbeginn stand die erste Flugreise seit Diagnose nach Portugal an. Bestens vorbereitet machten wir uns auf die Reise. Ausrüstung mit genügend Insulin in der “Frio”-Tasche gekühlt. Genug Katheter, um ggf täglich nach dem Planschen/Schwimmen/Baden wechseln zu können. Traubenzucker genug, da es diesen laut Erfahrung, in Portugal nicht zu kaufen gibt. Eine Bescheinigung vom Diabetes-doc, dass all die Utensilien ins Handgepäck mitgeführt werden dürfen. Ausserdem das Wichtigste vom “Diabetes-Managment” übersetzt in portugisisch. Dieses habe ich mir vor der Reise bei “Roche”runtergeladen und ausgedruckt. Ausserdem eine Adresse vom deutschem Arzt und Klinik im Urlaubsort im Gepäck.

Mit einem Wert von perfekten 98 BZ ging es los. (Ich dachte, der Wert würde viel höher sein, durch die große Aufregung zu fliegen, und weil es endlich los ging in den heißersehnten Urlaub!)
Am Flughafen ging es dann problemlos durch die Sicherheitskontrolle. Ich berichtete dem Sicherheitsbeamten direkt darüber, dass mein Sohn Diabetiker sei und eine Insulinpumpe trägt. Zudem die ganze “Ausrüstung” im Handgepäck. Kein Problem. Kurz vor Abflug war der Blutzucker immer noch im “grünen Bereich”. Während des Fluges gab es ein Sandwich, welches ich grob geschätzt habe von den Broteinheiten. Alles weiterhin gut:-)
Da wir erst spät abends im Ferienhaus ankamen, gab es auch erst spät Abendessen. Trotzdem war der Blutzucker die ganze Nacht im grünen Bereich! So konnte es weitergehen!

Ich beschloss erst einmal nichts an den Basalraten zu ändern; erst einmal abwarten. Ich hatte ja keine Ahnung, wie der Blutzucker sich auf die Hitze auswirkt, wie sich der Blutzucker auf das Toben im Pool oder das Buddeln am Strand auswirkt, etc.
Am Pool habe ich die Pumpe abgemacht und im kühlem Haus gelassen. Spätestens nach 2 Stunden habe ich kurz angekoppelt und eine kleine Einheit Basal durchlaufen lassen, um mögliche “Verstopfungen” der Pumpe/des Katheters zu vermeiden. Oder um einen Snack zu bolen.
Durch das Toben im Wasser hatten wir die meiste Zeit Top-Werte!

Am Strand habe ich die Pumpe in einen Thermobehälter gepackt (auch gut gegen Sand geschützt;-). So war die Pumpe gegen die Hitze gut geschützt. Das Messgerät packte ich in eine kleine Thermotasche von “Avent”. (So ein Täschchen für Babyfläschen 😉 )

Die Werte am Strand waren niedrig, durch die Buddelei und Schwimmen im Meer. Genug BE’s und Traubenzucker waren natürlich immer dabei.
Gedanken machte ich mir um das warme, späte Abendessen. Solches führt bei uns zu Hause meistens zu hohen Werten in der Nacht, trotz FPE Berechnung (Fett/Protein/Einheit)oder verzögertem Bolus.

Im Urlaub musste ich dieses nie berechnen! Ich denke, durch die viele Bewegung kein Problem! Im großen und ganzem hatten wir nur Werte im “grünen Bereich”!

Ich war so erleichtert! Alles hat perfekt geklappt! Meine anfänglichen Sorgen waren gänzlich unbegründet. Auch mit dem “Diabetes-Monster” steht einem ein wunderschöner Urlaub nicht im Wege!
Die nächste Flugreise kann kommen!

Gast Autor

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