kind diabetes diagnose blog

Als unser Sohn Julian mit 11 Jahren die Diagnose Diabetes Typ 1 bekam

Sandra B. mit Sohn Julian, 11 Jahre alt, Diagnose seit 2009 – Vater selbst Typ 1 Diabetiker

Es ist mit einer der schlimmsten Tage im Leben, wenn die Vermutung, die man im Kopf hat von Ärzten bestätigt wird. Diagnose Typ 1. Auch wenn man sich der Gefahr bewusst war ist es ein Schlag ins Gesicht.

So bei uns geschehen im Oktober 2009.

Mein Mann ist Diabetiker seit seiner Pupertät. Ich lernte ihn kennen, seine Krankheit, befasste mich zwar damit, aber nicht so intensiv, da er ja alles alleine gemanagt hat.

Wir heirateten, besprachen den Kinderwunsch. Es wurde uns gesagt, dass Väter die T1 haben ein Risiko tragen, dies an Ihre Kinder zu geben.

Wir haben uns trotzdem bewusst für Kinder entschieden und sie auch bekommen.

Alles lief soweit gut, bis zu jenem Tag im Oktober.

Ich bereitete frische Nadeln und Lanzetten für meinen Mann vor. Mein Sohn fragte ganz neugierig was ich mache und ich habe es ihm erklärt. „Oh Mama ich mag auch mal“, das waren einer der letzten Worte, die ich gehört habe, als unser Leben noch in Ordnung war.

Fingerchen gewaschen, gemessen, knapp unter 200mg obwohl er nüchtern war.

Mein Herz setzte paar Schläge aus, ich begann zu zittern. Erneut gemessen, gleiches Ergebnis.

Ok ruhig bleiben, Kind nicht verunsichern.

„Mama alles ok?“, fragte mich mein 6-jähriger Sohn. „Ja“ log ich ihn in dem Moment an um kurz darauf im Bad in Tränen auszubrechen. Mann wurde informiert. Auch er schluckte erst mal. Den Tag über immer mal Kontrollen gemacht, alle ungefähr in dem Bereich.

Das war das Wochenende, wo er eigentlich noch zu seiner Tante wollte und wir wollten ihm das noch geben, ich ahnte ja was danach auf uns zukam.

Viele denken nun, wie verantwortunglos, sofort in Klinik. Mit dieser hatte ich telefoniert, sie kannten uns. Abgesegnet! Solange sein Blutzucker unter 200 bleibt dürfte er noch fahren. Der Onkel ist Rettungssanitäter, wurde informiert und hat gemessen und uns immer informiert.

Wir sollten, laut Klinik, am Montag morgen erstmal einen Belastungstest beim Hausarzt machen. Dies erwies sich als schwieriger, als ich gedacht hatte, da wir nicht ernst genommen wurden. Einen fand ich dann, um sofortiges erscheinen wurde gebeten.

Ihm war eigentlich alles klar, als er die Werte sah, die wir genommen hatten, führte den Test aber trotzdem durch. Wir hätten ihn nach der ersten Messung schon abrechen können. Der gemessene Wert war bei knapp 400, zogen es aber durch. Danke für die liebevolle Betreuung in der Praxis und das beruhigen meines Sohnes zu dem Zeitpunkt.

Ab nach hause, Koffer gepackt und ins Krankenhaus.

Da wir sehr früh kamen blieb uns die Intensivstation erspart, konnten direkt auf Normalstation verlegt werden.

Was dann so kommt kennt man alles, Schulungen, Gespräche, Kind einweisen in die Handhabung der neuen Geräte. Leider war Julian zu dem Zeitpunkt schon 6 Jahre alt und bekam nicht mehr automatisch einen  Pumpe. Wir mussten mit Pen klar kommen was sich als fast unmöglich heraus stellte, da er sehr niedrige Faktoren und einen sehr geringen Basalbedarf hatte, der sich kaum spritzen ließ.

Er überraschte die Schwestern im Krankenhaus mit den Worten: „Wenn ich schon so was brauche dann gebt mir bunte Pens. Papas graue sind so langweilig.“

Die Gesichter hättet ihr sehen sollen.

Trotz allem kämpften wir knappe 2 Jahre um endlich unsere Insulinpumpe zu bekommen,

Es erleichtert schon einiges, erschwert aber auch manche Sachen. Aber wir sind froh, diesen Weg gewählt zu haben um unseren Sohn selbstständig werden zu lassen!

Gast Autor

Gast Autor

Diabetes Typ 1 betrifft so viele verschiedene Bereiche im Familienleben. Und jede Familie erlebt die Krankheit des Kindes auf ganz individuelle Weise.
Unsere Gastautoren schreiben aus Ihrem Leben mit der Diabetes Typ 1 Erkrankung ihrer Kinder. Wir freuen uns, über jeden ganz besonderen Gastbeitrag.

Schreibt doch einfach mit!
Gast Autor

Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren:

Noch keine Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar