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Voltigieren – Erst recht mit Diabetes Typ 1

Jedes Kind braucht ein Hobby. Als Ausgleich vom Schulalltag und/oder als Ausgleich von Diabetes Typ 1.

Ein neues Hobby wurde gesucht und gefunden

Nach der Diagnose Diabetes Typ 1 haben wir ein neues Hobby für unsere Tochter gesucht.
Es sollte ein Sport sein, der nicht nur für körperliche Bewegung sorgt, sondern auch unsere Tochter im Umgang mit Ihrer Krankheit stärkt.

Nach einigen Überlegungen, haben wir das Richtige für sie gefunden. Voltigieren. Dieser Sport vereint ihre Liebe zu Pferden und ihre Vorliebe fürs Turnen.
Wir haben also einen Termin für ein Probetraining ausgemacht. Kurz bevor es losgehen sollte, habe ich meiner Tochter ein paar Bilder von Voltigieren gezeigt und sie gefragt,
ob sie Lust hätte diesen Sport einmal auszuprobieren. Natürlich hatte sie Lust und war ganz begeistert.
Ich muss dazu sagen, dass sie seit ihrem dritten Lebensjahr jedes Jahr an einem mehrtägigen Sommerreitkurs teilgenommen hat.

Wohin mit der Insulinpumpe?

Eine Frage hatten wir noch zu klären. Was machen wir mit der Pumpe während des Voltigierens? Nach Rücksprache mit der Trainerin machen wir die Insulinpumpe beim Voltigieren immer ab. Die Pumpe und v.a. der Schlauch würden bei den verschiedenen Übungen auf dem Pferd nur stören. Gerade wenn die Kinder zu zweit oder zu dritt ihre Übungen machen, könnte der Katheter ungewollt herausgerissen werden.
Durch das Abmachen der Pumpe schützen wir diese auch vor Verschmutzungen, da die Kleidung doch während des Trainings recht staubig wird.
Vor dem Training halten wir es wie bei jedem anderen Sport auch. Bevor begonnen wird, wird erstmal der Blutzucker gemessen. Ist er zu niedrig, gibt es noch ein paar extra Sport-BE in Form von Schokolade. Schokolade geht aufgrund des hohen Fettgehaltes nur sehr langsam ins Blut und ist daher für unsere Tochter ideal. Da die Pumpe zum Training abgemacht wird, können wir auch mögliche Unterzuckerungen während des Trainings bei unserer Tochter vermeiden. Nach dem Voltigieren messen wir erneut den Blutzucker. Meistens hat sie dann einen Wert um die 90 mg/dl. Für uns ausreichend.

Voltigieren als Therapieform?

Neben dem Spaß am Sport erfüllt das Voltigieren aber auch einen therapeutischen Zweck. Bei Voltigieren auf dem Pferd wird die Körperwahrnehmung extrem geschult, so das unsere Tochter ein besseres Körpergefühl entwickelt, um ihre Unterzuckerungen bzw. Überzuckerungen besser zu spüren. Der Umgang mit dem Pferd hilft dabei ihr Selbstvertrauen zu stärken. Wir sind froh, dass wir im im Voltigieren den richtigen Sport für unsere Tochter gefunden haben. Sie ist nach drei Monaten in der Anfängergruppe bereits in die Fortgeschrittenengruppe gewechselt.
Und wir sind glücklich, dass man unserer Tochter auf dem Reiterhof die Chance gegeben hat, diesen Sport auszuüben. Leider ließt und hört man immer wieder, das Kinder wegen ihrer Diabetes Typ 1 Erkrankung von Turn-/Sportvereinen abgelehnt werden. Das ist eine persönliche Tragödie für unsere Kinder.

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy

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3 Kommentare

  • Nadine 23/09/2014 at 07:56

    Unsere Tochter hat ebenfalls mit Voltigieren angefangen. Hier ging das erst mit 6 Jahren, daher ist sie noch nicht so lange dabei. Anfangs haben wir die Pumpe drangelassen und unter dem Anzug gesichert. Das funktionierte recht gut. Sie trugen anfangs so Gymnastikanzüge, jetzt in der Fortgeschrittenengruppe haben sie ganz normale Leggings und Vereinsjacke an. Gymnastikanzüge nur für die Turniere. Jetzt geht es nicht mehr und wir müssen die Pumpe abnehmen. Bei Turnieren behält sie die Pumpe dran, solange sie nicht dran sind und macht sie erst kurz vorher ab. Die Aufregung lässt den BZ immer extrem hoch schnellen.

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    • zuckermom 24/09/2014 at 14:15

      Hallo Nadine,
      unsere Tochter trägt auch nur Leggins und Shirt zum Training. Nachdem wir das letzte mal mit einem Wert von über 300 mg/dl aus dem Training gekommen sind, möchte ich jetzt doch versuchen irgendwie die Pumpe dran zu lassen, ohne das sie stört. Habe mir deshalb ihren alten Ballettanzug herausgesucht. Den soll sie jetzt unter ihrem Shirt tragen, da ist die Pumpe dann drunter versteckt und der Schlauch auch. Werde es nächste Woche mal testen.
      Gruß
      Kathy

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  • Diajojo 14/02/2014 at 17:07

    Ja, mit dem Reiten habe ich selbst auch shr gut erfahrungen gemacht… Ich habe Diabetes seit meinem 5. Lebensjahr, und reite auch seit ca. 9 Jahren derzeit auch regenmäßig Turnier. Der Umgang mit Pferden hat auch bei mir die Wahrnemung sehr trainiert…:) Kann ich wirklich nur empfehlen, auch für “Nicht-Diabetiker” LG 🙂
    … Und schön, dass auc deine Tochter den richtigen Sport gefunden hat!

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