@blog-kinder-mit-typ1-diabetes

Einschulung mit Diabetes Typ1 – der große Tag

Hurra, endlich soll er kommen der große Tag auf den sich unsere Tochter schon so lange gefreut hat.

Doch beginnen wir von vorne.
Der Tag der Schulanmeldung. Eigentlich war ich ganz guter Dinge, dass uns die Lehrer in der zukünftigen Schule unserer Tochter unterstützen werden. Schließlich gab es bereits zwei Kinder mit Diabetes Typ 1 an der Schule. Doch dann kam der große Schock: “Ah, ihr Kind hat Diabetes. Wir machen da aber nichts”. So der Satz der Direktorin und zukünftigen Klassenleiterin unserer Tochter. Dieser Satz hat mich erstmal vom Hocker gehauen. Ich konnte mich gar nicht mehr auf das weitere Gespräch konzentrieren, da ich innerlich schon mit meinen Gedanken ganz woanders war. Wie sollte der Schulalltag sich jetzt gestalten? Kann ich meiner Tochter das schon alleine zutrauen? Fragen über Fragen. Das war im April letzten Jahres.

Vorbereitungen auf die Einschulung mit Diabetes Typ 1

Die nächsten Monate verbrachten wir also damit, gemeinsam mit unserem Kindergarten Team, die Selbständigkeit unserer Tochter im Umgang mit Ihrer Krankheit zu fördern.
Wir haben Ihr gezeigt wie sie ihrer Insulinpumpe eigenständig bedienen kann. Wie sie ihre KE-Eingaben machen kann. Welche Werte gut sind, welche schlecht. Immer und immer wieder haben wir mit ihr geübt.
Wir waren auf Kinder-Reha, um ihrer Selbstständigkeit zu fördern und wir haben sie in den Sommerferien alleine in der Nachbarschaft spielen lassen. Ausgestattet mit einem Messgerät, Süßigkeiten, Handy. Und siehe da, es hat funktioniert. Sie hat mit Ihren 6 Jahren gelernt, alleine einen Teil ihres Diabetes selbst zu managen.

Der erste Schultag rückt näher

Doch dann rückte er immer Näher der große Tag und meine Sorgen wurden wieder größer. Kann das in der Schule so alles gut gehen. Schließlich ist es ja eine komplett neue Situation auf die sich unsere Tochter einstellen muss. Ich habe die letzten Nächte kaum geschlafen. Tagsüber habe ich versucht meiner Tochter die Vorfreude auf den großen Tag nicht zu nehmen. Schließlich sollte sie wie alle Kinder einen tollen, unvergesslichen Tag erleben. Ein paar Tage später hatte ich dann auch nochmal ein Gespräch mit der Lehrerin. Sie hat mich gebeten ihr mitzuteilen, was ich denn nun von ihr erwarte. Meine Antwort war: ich erwarte nicht viel von Ihnen. Nur dass sie meine Tochter ein kleinwenig unterstützen. Ihr über die Schulter schauen, wenn sie sich Ihre KE eingibt, sie vor dem Sport ans Messen zu erinnern und den Wert begutachten. Muss sie noch eine Sport KE essen oder nicht. Das sie sie ansprechen, wenn sie merken sie wird blass und zittrig. Das sie sie während des Unterrichts Traubenzucker essen lässt. Mehr wollte ich nicht. Sie hat versprochen, dass sie diese Dinge beachten wird. Buh jetzt ging es mir doch ein bisschen besser.

Und jetzt nach fast einem halben Jahr Schule muss ich sagen, dass unsere Tochter (obwohl sie erst 6 Jahre ist) so gut wie alles in der Schule alleine macht. Sie braucht kaum noch Unterstützung.
Wir sind so mächtig stolz auf sie.

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy

Diese Beiträge könnten Dich auch interessieren:

1 Comment

Hinterlasse einen Kommentar