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Wie kann ich es Erzieherinnen und Lehrern/innen leichter machen?

Für Eltern und Erzieherinnen und Lehrer/innen ist die Diagnose Typ 1 Diabetes Schock. Logischerweise für die Eltern ein anderer als für die Erzieherinnen und Lehrer/innen.

Angst und Unwissenheit vor der Erkrankung ist ein großes Problem. Wichtig ist gleich vornweg zu erwähnen, dass weder Erzieherinnen noch Lehrer/innen in irgendeiner Weise haftbar gemacht werden können, wenn Sie dem Kind beim Diabetes-Management unterstützend zur Seite stehen!  Aufgrund neuer Richtlinien sind Erzieherinnen und Lehrer/innen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) bei der Insulinabgabe versichert und können nicht zur Verantwortung gezogen werden, wenn dabei etwas passieren sollte – es sei denn, sie hätten vorsätzlich gehandelt.

Wichtig ist, dass man als Eltern auf die Erzieherinnen und Lehrkräfte sensibel zugeht und auch versucht behutsam das Krankheitsbild zu erklären und Ängste hier abzubauen.

Eine genaue Einweisung kann entweder durch die Diabetes-Beraterinnen der Krankenhäuser, durch Diabetes-Nannys der Stiftung Dianino  oder auch durch die Eltern selbst erfolgen.

Eltern wollen natürlich, dass möglichst alles sofort und reibungslos läuft – aber auch hier braucht es Zeit und etwas Geduld. Wenn man mit der Tür ins Haus fällt wird das nichts! Das ist meine persönliche Meinung.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit die Insulinabgabe und Blutzuckermessungen über eine Pflegedienst oder eine Integrationshilfe abzudecken.

Wie man das handhaben möchte – ist ein persönliches Empfinden.

Ich für meinen Teil möchte gerne, dass mein Sohn möglichst schnell selbständig sein Diabetes-Management selbst übernimmt und die Erzieherin oder später die Lehrkräfte nur noch ein “überprüfendes Auge” auf seinen Blutzuckerwert oder die Eingabe der KE in die Insulinpumpe übernehmen brauchen. Für mich kommt eine Integrationshilfe nicht in Betracht, da ich nicht möchte, dass durch die ständige Anwesenheit einer Fachkraft der Fokus auf seiner Erkrankung liegt.  Im Kindergarten haben wir das große Los gezogen, dass wir sehr engagierte Erzieherinnen haben, die ohne Berührungsängste Blutzucker messen und die Insulinpumpe bedienen. Das ist ein großes Geschenk. Phil besucht den Regelkindergarten und er isst zu Hause zu Mittag. Wenn er eingeschult wird, ist er ebenfalls nur vormittags in der Schule – auch das hat für mich natürlich Einfluss darauf, ob ich eine Integrationshilfe haben möchte oder nicht.

Es gibt auch hier kein Richtig oder Falsch. Wichtig ist, dass das Kind am Kindergarten- und Schulalltag so unbeschwert wie möglich teilnehmen kann und nicht ausgegrenzt wird.

Wir haben im Kindi (für die Schule würde m.E. eine Notfallbox, Trinkpäckchen und die Notfall-Spritze ausreichen)

  • eine Notfallbox mit langsamen und schnellen KE (natürlich beschriftet z.B. Duplo, Gummibärchen, Müsliriegel)
  • Trinkpäckchen (Apfelsaft oder z.B. Capri-Sonne) zur schnellen Hypobekämpfung
  • einen Becher mit Markierung für 100 ml/1KE und 200 ml /2KE (damit nicht abgewogen werden muss, sondern nur eingeschenkt)
  • eine Küchenwaage (hier habe ich mit wasserfestem Stift auf der Waage die KE-Angaben für Muffin, Kuchen, Brezel, Apfel, Trauben usw. geschrieben).
  • eine Notfallspritze.

Damit unsere Erzieherin es einfacher hat, lege ich zu Phils Vesper ein Kärtchen mit der KE-Angabe, die später nur noch in die Pumpe eingegeben werden muss.

Als Phil nach der Diagnose wieder den Kindergarten besuchen konnte, haben mein Mann und ich ein paar mal die Kinder im “Stuhlkreis” besucht und ihnen von Phils Erkrankung erzählt. Wir haben Phil vor den anderen Kindern den Blutzucker gemessen und ihnen auch gesagt, dass Phil im Kindergarten manchmal Süßigkeiten essen muss, dass es für ihn Medizin ist, wenn in seinem Blut zu wenig Zucker vorhanden ist. Es gab seitens der Kinder nie Probleme, was die Süßigkeiten oder die Erkrankung ansich angeht! Sie haben es verstanden!

Gast Autor

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