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Die ersten Stunden im Krankenhaus mit der Diagnose Diabetes Typ 1

Da saßen wir nun, mit der Diagnose Diabetes Typ 1. Wir waren noch wie in einer Schockstarre und mussten dennoch sehr schnell viele Entscheidungen treffen. Uns wurde klar gesagt: Insulin spritzen muss sein. Doch welche Methode ist die Bester für unsere Tochter? Wir hatten die Qual der Wahl. Insulin-Pen oder Insulin-Pumpe? 4-6 mal am Tag mit dem Pen spritzen oder doch nur alle zwei/drei Tage einen neuen Katheter stechen, dafür aber immer und überall mit einem viereckigen kleinen Kasten am Körper herumlaufen. Die Zeit drängte. Wir mussten schnell eine Entscheidung treffen. Da wir uns nicht vorstellen konnte, dass sich unsere Tochter 4 – 6 ml am Tag ohne Probleme spritzen lässt, haben wir uns mal so auf die Schnelle für eine Insulinpumpe entschieden. Und das war ganz genau die richtige Wahl und eine Entscheidung, die wir bis heute nicht bereuen.

Doch das war erst der Anfang. Jetzt begann der Kampf mit unserer Tochter. Sie hatte Angst vor Spritzen aller Art und auch der neue Katheter machte ihr furchtbar Angst. Die Schwestern wollten ihr den ersten Katheter stechen, doch unsere Tochter wehrte sich, sie weinte, schrie und zappelte. Als Mutter steht man hilflos daneben und kann nichts tun, außer gut zureden und Mut machen, obwohl man am liebsten selbst nur weinen und schreien möchte. Mit vereinten Kräften hat es dann doch noch irgendwie geklappt. Der erste Katheter saß und die Insulinpumpe konnte ihre Dienste leisten. Doch damit noch nicht genug. Leonie bekam nun ein zur Insulinpumpe passendes Blutzuckermessgerät und wir musste sie nun spätestens alle 2 Stunden in den Finger piksen, um ihren aktuellen Blutzuckerwert zu bestimmen. Diese Prozedur hat sie Gott sei Dank sehr schnell angenommen und auch gleich selbst gemacht. Dann mussten wir lernen, dass alles was unsere Tochter nun essen möchte, erst einmal abzuwiegen und die Kohlenhydrate zu berechnen. Nicht einmal ein Glas Milch konnte sie nun ohne vorherige Insulingabe trinken. Berechnen, Messen, Insulinabgabe, Berechnen, Messen, Insulinabgabe. Und dabei begleitete mich immer die Sorge etwas falsch zu machen.

Das waren die ersten Stunden im Krankenhaus und all das gehört nun für immer zu unserem Alltag.

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy

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