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Die ersten Tage allein Zuhause

Es war so viel, was wir in so einer kurzen Zeit im Krankenhaus lernen mussten, dass ich dachte: „Das lernst du nie. Wie soll ich das nur zu Hause alles bewerkstelligen?“

Wie sollen wir das alles alleine schaffen?

Ich hatte unheimliche Angst vor zu Hause. Und ehrlich gesagt, wollte ich auch noch gar nicht nach den 10 Tagen Krankenhaus nach Hause. Ich habe mich im Krankenhaus bei all den Schwestern und Ärzten einfach sicherer gefühlt. Ich hatte schließlich noch so viele Fragen und vor allem wusste ich noch so wenig. Gott sei Dank war mein Mann die ersten Tage mit dabei.

Doch nach dieser Zeit, war ich mit meiner Tochter für ein paar Stunden am Tag auf mich alleine gestellt. Meine größte Sorge galt dem Unterzucker. Dabei hatte ich nicht Angst vor der Situation Unterzucker, sondern davor, es nicht rechtzeitig zu bemerken. Ich glaube ich habe sie kaum aus den Augen gelassen. Ständig habe ich gefragt wie sie sich fühlt. Spätestens alle zwei Stunden habe ich ihren Blutzucker gemessen. Diese Unsicherheit in den ersten Wochen war für mich einfach schrecklich. Am liebsten hätte ich sie den ganzen Tag neben mich gesetzt. Doch das ging nicht. Das wusste ich auch. Sie wollte viel lieber mit ihren Freunden im Garten oder auf der Straße spielen und dann natürlich auch alleine ohne Mama im Schlepptau. Ich habe ihr das natürlich auch erlaubt, doch ich bin dabei innerlich tausend Tode gestorben. Ich habe ständig am Fenster gestanden und sie beobachtet und immer wieder ans Messen erinnert.

Auch die Nächte waren ohne Ruhe

Auch in den Nächten kamen wir nicht wirklich zur Ruhe. Alle zwei Stunden riss uns der Wecker aus unserem Schlaf und wir mussten Leonies Blutzucker kontrollieren. War er zu niedrig, mussten wir sie natürlich wecken und ihr dagegen Saft oder Traubenzucker verabreichen. War er zu hoch, mussten wir mit einer zusätzlichen Insulinabgabe den zu hohen Blutzucker senken. Und irgendwie ist es noch heute so. Gerade in den Nächten können wir häufig den Blutzucker von Leonie nicht vorhersagen. Wir stehen zwar nicht mehr alle zwei Stunden auf. Aber einmal in der Nacht zwischen 2 und 3 Uhr auf alle Fälle.

Mittlerweile nach über einem Jahr habe ich es geschafft, los zu lassen und sie darf nun auch alleine zu Freunden und um den Block. Doch es dauert und man muss sich diese Zeit geben.

Kathy

Kathy

Im November 2012 erkrankte meine damals 5jährige Tochter an Diabetes Typ 1. Eine Krankheit die unser (Familien-)Leben vollkommen auf den Kopf gestellt hat.
Kathy

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